Nach dem nervenaufreibenden Grenzübertritt von Griechenland in die Türkei, haben wir die erste Nacht wenige Kilometer hinter der Grenze auf einem Parkplatz verbracht und sind morgens um 4.00 Uhr ins Bett gefallen. Unser erster Tag in der Türkei führt uns vorbei an unendlichen Sonnenblumenfeldern zu eine See bei Cobancesmesi wo wir das Wochenende verbringen. Der Länderwechsel war nicht nur für uns anstrengend, sondern auch für die Katzen. Vor allem unser Fienchen war die gesamte Zeit in der Transportbox und hat jetzt einen enormen Bewegungsdrang. Also machen wir gemeinsam einen schönen langen Spaziergang am See und lüften alle ordentlich aus.
Während wir mit Olli zum Abendessen rein gehen bleibt Fienchen noch draußen und genießt die Freiheit. Angst und Bange wird mir als plötzlich lautes Hundegebell um Bruno herum anfängt. Unbemerkt ist ein Schäfer mit seiner Herde an den See gezogen, begleitet von mindesten sechs Hunden die auch unsere Prinzessin in der Nase haben. Aber schlau wie Fienchen ist, hat sie sich in den Motorblock zurückgezogen und dort in Sicherheit abgewartet bis die Hunde mitsamt der Herde abgezogen sind. Mir war ganz elend zumute bis die Katze endlich wieder in Bruno und bei uns war. Sonntag Arbeitstag, wie immer Blog schreiben und Video schneiden. Am Montag haben wir auf unserer To-Do Liste den Besuch bei einer Postfiliale um die Prepaid Mautgeschichte zu erledigen, und auch Geld bzw türkische Lira am ATM zu holen. Das ganze erledigen wir in Ipsala auf der Post wo uns sehr freundlich geholfen wird. Nachdem wir dann noch die Taschen mit Lira Scheinen fast zum Platzen bringen (nicht weil wir so reich sind, liegt einfach an der Währung), beginnen wir das Abenteuer Türkei. Vor Istanbul besuchen wir noch einen Decathlon um Gaskartuschen für unseren Gaskocher zu besorgen, und wie es der Zufall will gibt es in der Ecke auch einen Media-Markt und Thomas bekommt mal wieder eine neue Drohne. Da wir bekanntlich keine Großstadtmenschen sind fahren wir raus aus dem Gewusel und finden einen ruhigen Platz für die Nacht bei Safaalan am Ufer eines Sees. Am Abend besucht uns eine Hundemama, und am Morgen besucht uns einer ihrer Welpen. Thomas der für den Morgenkaffee zuständig ist sieht den Zwerg zuerst und gibt Bescheid. Klar dass wir ein Frühstück ausgeben.
Gerne hätten wir auch die Mama gefüttert, aber die ist weit und breit nicht zu sehen. Schweren Herzens trenne ich mich dann doch von diesem süßen kleinen Wesen und die Fahrt geht . Über die Yavuz-Sultan-Selim Brücke überqueren wir den Bosporus, verlassen Europa und kommen am Ende der Brücke in Asien an. Wieder ein neuer Kontinent und wir sind gespannt was er uns zu bieten hat. Bei Riva machen wir einen Abstecher an die Schwarzmeerküste, in der Hoffnung auf einen Nachmittag am Meer. Wie gewohnt fahren wir abenteuerliche Wege , um an der Küste angekommen zu sehen dass der Platz nicht zum Baden geeignet ist. Große Steinwacken machen den Strand zu einem unüberwindbaren Hindernis und wir entschließen uns weiter zu fahren. Zu unserem großen Glück ist der Nationalpark Elmasburnu Tabiat Parki nicht weit entfernt, und hier finden wir ein Plätzchen das uns allen zusagt.
Auch hier gehen wir gemeinsam spazieren und schauen uns ein wenig die Gegend an. Allerdings immer in Bruno Nähe, für den Fall dass Hunde vorbeikommen sind unsere Fellnasen schnell zurück am Auto. Wir spannen auch unser Tarnnetz auf, das ein wenig für Schatten sorgt, und verbringen so einen schönen Nachmittag auch ohne Baden. Zum Sonnenuntergang sitzen wir auf der Dachterrasse und essen eine Wassermelone die wir am Vormittag bei einem Straßenhändler gekauft haben und lassen den Tag ganz gemütlich ausklingen.
In dem unteren Bild ist unser Bruno versteckt... Kannst du ihn finden?
Leider haben wir an diesem schönen Ort keine Internetverbindung und so müssen wir weiter ziehen. Es steht ein Fahrtag an, an dessen Ende wir einen Campingplatz in Kartepe ansteuern. Das Camp Alani ist an den Wildtierpark Ormanya angeschlossen und ist vollkommen kostenlos. Bis längstens vier Übernachtungen darf man stehen und alle Annehmlichkeiten genießen. Neben geraden Stellplätzen für Wohnmobile gibt es auch herrlich unter Bäumen gelegen Platz für Zelter. Die Duschen und WC´s sind ordentlich und sauber , und überall sind Tische und Bänke für ein gemütliches Picknick. Was ich persönlich sehr nett fand, waren die Telefonhäuschen in denen man sein Handy laden kann. Rundum ein toller Campingplatz.
Der Ormanya Wildtierpark ist das größte Naturreservat der Türkei und gehört zu den größten seiner Art in ganz Europa. Am Fuße des Samanli Gebirges erstreckt sich der Park über eine riesige Waldfläche in der Hirsche, Gazellen, Alpakas, Wildziegen und Vögel in weitläufigen und naturnahen Gehegen bewegen. Viele der Tiere wurden in der parkeigenen Auffangstation gesund gepflegt, und wenn eine Auswilderung nicht möglich ist, finden diese Tiere hier ein neues Zuhause. Ein ausgeschildertes Wegenetz von insgesamt 26 Kilometer Länge, wovon 18 km Wanderwege und 8 km spezielle Fahrradrouten führt durch den Park. Die Hobbit-Häuser (so wirbt der Parkt) die an den Herr der Ringe erinnern sollen, erinnern uns eher an die Vogelhäuser aus Holz die man bei uns kaufen kann. Aber niedlich sind sie allemal. Besonders beeindruckend fand ich die Waldbibliothek. Hier wurde mitten im Wald eine Ruhezone eingerichtet in der man aus einem der vielen Bücherschränke sich Lesestoff nehmen darf, und unter Vogelgezwitscher lesen kann. Zu meiner großen Freude habe ich Bücher von Terry Pratchett gefunden. Und was auch wichtig zu erwähnen ist, im gesamten Park finden sich Picknick-Areale für viele Besucher die hier oft den ganzen Tag verbringen.
Leider habe ich beim Versuch Bilder vom Handy auf eine Festplatte zu exportieren alles gelöscht, sodass die Bilder aus der Türkei unwiderruflich verloren sind. Deswegen muss ich euch Bilder aus den Videos schneiden, falls einer ein Deja vu haben sollte.
Auch wenn in einigen Rezessionen das Tierwohl bemängelt wurde, konnten wir bei unserem Besuch nichts negatives feststellen, und würden den Ormanya Wildtierpark unbedingt empfehlen. Für uns geht es weiter an die Schwarzmeerküste wo wir uns einen Platz am Strand ausgesucht haben. Die rund 100 km sind relativ schnell abgefahren, aber der Platz enttäuscht uns mächtig. Nein , ich muss mich korrigieren. Der Platz direkt am Strand wäre super, aber überall liegt Müll in einer Menge herum, die wir nicht ignorieren können. Wir wissen ja das die Geschichte mit dem Müll ein echtes Problem ist, das auch inzwischen angegangen wird, aber hier wollen wir nicht bleiben. Also fahren wir weiter, und weiter und finden nichts was irgendwie annehmbar wäre. Inzwischen ist die Laune von Thomas im Keller und will auch nicht besser werden. Drei Stunden später kommen wir in Kireclik sahili ve tafoni an...
Ein einsamer Strandabschnitt der nur von Einheimischen benutzt wird soll unser Nachtlager werden. Die Zufahrt an den Strand ist extrem eng und steil und absolut nichts für schwache Nerven (mal wieder). Während der gesamten Fahrt nach unten, bete ich mein Mantra " bitte kein Gegenverkehr" mit Erfolg herunter. Unten angekommen werden wir von Haselnussbauern die am arbeiten sind, sehr freundlich empfangen.
Aber auch hier gefällt es meiner besseren Hälft nicht, zu viel Müll, zu viel Menschen, zu viel von allem. Da hat wohl jemand den Reise-Boogie. Nach zwei Jahren überfällt ihn ein mentaler Einbruch den jeder der lange Unterwegs ist kennt. Da hilft alles nix, wir fahren ein Stück zurück und finden neben der Straße ein Fleckchen das passt. Fienchen und Olli dürfen lüften, wir trinken das Allerheilmittel "Kaffee", und die Welt sieht schon wieder freundlicher aus. ;0)) Bei Nacht hören wir die Goldschakale heulen, die sich in diesem riesigen Haselnusswald richtig wohl fühlen. Beim Frühstückskaffee am nächsten Morgen verwerfen wir den Plan an der Schwarzmeerküste baden zu gehen, und wollen statt dessen eine Höhle besichtigen.
Die Gökgöl-Höhle im Norden der Türkei gehört zu den längsten und aktivsten Höhlen des Landes. Mit einer Gesamtlänge von rund 3.350 Metern ist sie die fünftlängste Höhle der Türkei. Auf gut ausgebauten Stegen sind etwa 875 Meter für Besucher begehbar. Riesige Stalaktiten und Stalagmiten die über Jahrtausende gewachsen sind wurden hier mit moderner LED-Beleuchtung in Szene gesetzt. Die konstante Temperatur von etwa 12°C - 15°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit wird vor allem von Menschen mit Atemwegserkrankungen geschätzt. Aber jetzt ein paar Eindrücke...
Ziemlich am Ende des Steges, also tief drin im Berg, schießt mir durch den Kopf dass wir uns in einem Erdbebengebiet befinden. Mit diesem Gedanken kann ich die Höhle nicht mehr genießen und wir gehen in Richtung Ausgang (Kopfmensch halt). ;0))) Unser Wochenendplatz ist in Caybükü am Fluss. Leider ist auch hier alles vermüllt, doch zum Glück finden wir eine Wiese etwas abseits von wo aus man davon nichts sieht. Die Miezen dürfen raus, Fienchen vertreibt eine Straßenkatze auf recht rüde Art und Weise. Ich dachte eigentlich dass ich mein Fienchen retten muss, aber genau andersrum war der Fall. Zur Widergutmachung hab ich das Straßenkätzchen gefüttert und da diese sehr kommunikativ war auch unterhalten. Wir haben uns zum Frühstück verabredet, und tatsächlich war sie am nächsten Morgen auch da ;0))).
So verbringen wir das Wochenende auf die übliche Art mit Arbeiten.
Für die neue Woche haben wir den Besuch in einem Nationalpark geplant in dem man durch einen Canyon wandern kann. Bilder die wir gesehen haben versprechen ein großes Abenteuer. Also auf zum Küre Daglari Milli Parki.
Der Horma-Canyon ist eines der spektakulärsten Naturwunder der Türkei und befindet sich im Küre Gebirge Nationalpark in der Provinz Kastamonu. Über Jahrtausende hinweg hat der Fluss Zara tiefe Kessel, natürliche Pools und riesige Höhlen in das Kalkgestein geformt. Besucher können den Canyon auf einem 3 Kilometer langen hölzernen Steg der an den steilen Felswänden verankert ist durchwandern.
Für den einfachen Weg benötigt man bei normalem Tempo etwa 1,5 Stunden und hat sein Ziel am Ilica Wasserfall erreicht. Aber um dorthin zu gelangen muss man den Steg bezwingen, was mir ehrlich gesagt kurz vor Ende fast nicht mehr möglich war.
Dieses letzte Stück bevor man wieder festen Boden unter den Füßen hat, ist eindeutig nichts für Menschen mit Höhenangst oder Klaustrophobie. Ich sage nur Panikattacke ... Wie ich den Steg beenden konnte ist mir schleierhaft denn gut ging es mir mit Sicherheit nicht.
Und der idyllische Wasserfall, der in ein türkisfarbenes Becken fällt, hatte wohl frei . Aber der Fairness muss ich sagen der Canyon als solcher ist absolut traumhaft und empfehlenswert. Ein Abenteuer der ganz besonderen Art. Wir sind dann händchenhaltend über die schlimme Passage zurück gegangen und der Rest war ein Kinderspiel.
Die Nacht haben wir auf dem Parkplatz verbracht wie einige andere auch, haben am Morgen Wasser getankt und unseren Hausmüll entsorgt bevor es an einen Bergsee geht. Vorbei an der schönen und abwechslungsreichen Natur fahren wir einen steile Straße hoch in die Berge. Google Maps vertrauend fahren wir in ein Bergdorf um schnell festzustellen das diese Strecke nicht für uns (oder sonst wen) geeignet ist. Auf engstem Raum drehen wir um, fahren ein kurzes Stück zurück und kommen auf eine Straße die auch für den größten LKW gut zu befahren ist.
Das ist die Straße die durch das Dorf führt, eindeutig nichts für uns...
Am See angekommen zieht der Himmel zu, und dichter Nebel behindert die Sicht auf diesen herrlichen See. Es ist auch spürbar kühler geworden und der Wind rüttelt an Bruno. Es fühlt sich an wie auf Island.
Als sich der Nebel verzieht parkt neben uns eine junge türkische Familie die ein wenig Unterstützung braucht. Sie wollen ein Zelt aufpusten, haben aber keine Pumpe dabei. Thomas hilft indem er den Motor startet und der Kompressor benutzt werden kann. Schwierig ist nur dass der Wind unverändert stark ist, und das Zeltaufstellen eher einem Ballonstart gleich kommt. Aber gemeinsam steht es dann doch. Zum Dank bringen sie uns von ihrer türkischen Mahlzeit, und das war richtig lecker. Irgendwann sind wir dann alleine auf der Wiese und nutzen die Gelegenheit um die Katzen zu lüften. Allerdings zieht es beide schnell wieder rein weil keinem der Wind geheuer ist. Auch die Nacht über bleibt es extrem windig allerdings ist der Spuck am Morgen vorbei. Bei schönstem Sonnenschein kann Thomas die Drohne steigen lassen, und wir bekommen tolle Bilder von diesem herrlichen Ort. Eigentlich sollte man an solch schönen Plätzen ein wenig länger stehen als nur eine Nacht, aber es zieht uns weiter in Richtung Kappadokien. Auf dem Weg dorthin übernachten wir nahe Karakütük an einem See. Hier werden wir von Einheimischen mit Tomaten, Zwiebeln, Peperoni und Brot beschenkt. Weil die zwei partout kein Geld nehmen wollen beschenken wir sie mit den Hemden die Thomas zu klein um die Mitte geworden sind. Natürlich sind die Kleidungsstücke in tadellosem Zustand und werden auch gerne angenommen. Hier treffen wir zum ersten Mal auch auf echte Herdenhütehunde die richtige Stachelhalsbänder tragen. Bei den Hunden handelt es sich um Kangal-Hirtenhunde die weltweit zu den größten und kräftigsten Hunderassen gehören. Ursprünglich in der anatolischen Provinz Sivas gezüchtet um eigenständig Nutztierherden vor Wölfen oder Bären zu verteidigen.
Diese Art Halsband wird bei uns als Tierquälerei empfunden, ist hier aber gängige Praxis. Der Hund beschützt die Herde vor Angriffen von Wölfen und Bären und nimmt seine Arbeit sehr ernst. Wenn ein Hütehund beschützend in Aktion treten muss, muss er sich vor Bissen in den Hals schützen. Bei der Herde war ein Mutterschaf das erst ganz kurze Zeit zuvor ein Lämmchen geboren hat.
Zu gerne wäre ich raus zu den Schafen um sie ein wenig zu knuddeln, aber der Hund der in Deutschland auf der Liste steht, machte mir doch zu große Angst. So verfolgen wir das Schauspiel vom Schlafzimmer aus, und auch die Katzen haben überhaupt keine Lust mehr nach draußen zu gehen ;0))). Nach einer entspannten Nacht fahren wir weiter zu einem Salzsee der für seine Flamingo-Kolonie bekannt ist.
Der Tuz Gölü ( türkisch für Salzsee) ist der zweitgrößte See der Türkei und einer der salzhaltigsten Seen der Welt. In Herzen Anatoliens gelegen ist er für seine blenden weiße Salzkruste und die rosafarbenen Algenblüten und als wichtiges Brutgebiet für Flamingos bekannt. Doch auch dieses Mal ist das Glück uns nicht hold, wir sehen keine Flamingos. Jetzt noch ein wenig Schlaumeier-Wissen, der Salzanteil liegt bei etwa 32.9 % und übertrifft somit sogar den Gehalt des Toten Meeres und der Salzabbau deckt mehr als 60% des gesamten Salzbedarfes des Türkei.
Am Abend kommt endlich unser alter Koffergrill zum Einsatz, und wir grillen ordentlich Fleisch. Seither hatten wir immer Bedenken wegen der Brandgefahr, aber hier ist alles okay. Die Katzen haben den Platz nach kurzer Begehung für nicht gut befunden und bleiben lieber drin. Und dann fahren wir das letzte Stück nach Kappadokien ins Tal der Feenkamine. Oberhalb von Göreme finden wir über Park4Night einen Platz an dem wir die nächsten drei Tage stehen bleiben. Mit Blick auf das Tal der Feenkamine und einen Geier der am Himmel seine Kreise zieht können wir das Ballonfliegen kaum erwarten. Was uns total verwundert ist, dass die Katzen diesen Hundefreien Platz überhaupt nicht mögen. Fienchen springt einmal den Hang hinunter in Richtung Tal, kommt aber schnell zurück und bleibt von da an immer dicht bei Bruno. Am nächsten Morgen, wir haben den Wecker auf 6.00 Uhr gestellt, beginnt das Schauspiel. Ich bin lange vor dem Weckerklingeln aufgestanden um das Ballonglühen mit einem Becher Kaffee zu genießen ( da war es 5.30 Uhr ) war der Himmel schon voller Ballons. Also Thomas schnell geweckt und raus in die Morgenkühle.
Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, so wunderschön ist der Anblick der Heißluftballons zum Sonnenaufgang. Ein Spektakel für das sich das frühe Aufstehen absolut gelohnt hat.
Eine Heißluftballonfahrt über das Tal der Feenkamine in Kappadokien findet im Morgengrauen bei Sonnenaufgang statt. Die Fahrt dauert rund 50 bis 75 Minuten. Die Kosten liegen je nach Anbieter und Korbgröße zwischen 130 € und 250 € pro Person.
Um neun Uhr ist alles vorbei, und das große Bildersichten beginnt. Natürlich gibt es dann auch einen heißen Kaffee dazu. Was für ein Erlebnis und vor allem welch Glück, denn die Ballone steigen nicht jeden Tag in die Lüfte. Da es Wochenende ist müssen wir unserer Arbeit nachkommen und Video schneiden und am Blog weiterschreiben. Aber bei der Kulisse fällt es schwer den Blick auf der Tastatur zu behalten. Ständig geht der Blick nach draußen in die herrliche Landschaft. Auf dem Plateau wo wir stehen gibt es auch ein sogenanntes Höhen-Cafe. Ein alter VW-Bus wurde zum Imbiss-Bus umfunktioniert und rings herum findet man Sitzgelegenheiten. Hier kommen am frühen Abend geführte Reitergruppen an , und auch die Jeeptouren machen hier einen Stopp zum Fotografieren. In diesem Gelände findet das Technofestival " Gates of Agartha " statt, doch leider haben wir keine Karten mehr bekommen. Schade, aber man kann bekanntlich nicht alles haben ;0)).
Am Montagmorgen machen wir uns auf um die Stadt Göreme zu besichtigen , einen Spaziergang durch das Tal der Feenkamine zu machen, und was am wichtigsten ist , Wasser zu fassen. Leider sind alle öffentlichen Wasserstellen unzugänglich gemacht worden sodass wir keine Möglichkeit haben unseren Wassertank zu füllen. Dafür spazieren wir durch Göreme, vorbei an hunderten Souvenirshops und bei der Gelegenheit erstehe ich Kappadokiensocken (ich liebe sie).
Der Ballon ist allgegenwärtig und auch in jedem Shop erhältlich. Auch die Fahrzeuge die man ausleihen kann um die Gegend zu erkunden oder die alten amerikanischen Schlitten die man für ein Fotoshooting mieten kann stehen hier am Straßenrand. Weil uns die Hitze zusetzt, lassen wir den Spaziergang durch das Feental ausfallen und fahren nochmal zurück zu unserem Stellplatz vom Wochenende und bleiben eine weitere Nacht hier stehen. Am Dienstagmorgen wird es für uns Zeit weiter zu fahren und endlich Wasser auf zu füllen. Dies können wir auf der Strecke direkt an der Straße erledigen, was allerdings viel Zeit in Anspruch nimmt.
Weil der Wasserdruck so gering ist, machen wir eine Eis-Pause bevor es zum Palas Tuzla Gölü weiter geht. Der Salzsee ist ein Brutgebiet für über 200 Vogelarten wie den Flamingo, Kraniche, Flussuferläufer und Trappen. 1993 wurde das Gebiet um den See zum Naturschutzgebiet erklärt und zählt zu den geschützten, sensiblen Feuchtgebieten. Wir parken direkt am See und können schon von weitem die Flamingos sehen. Fienchen und Olli können hier nach Herzenslust springen, und machen Bekanntschaft mit einem ansässigen jungen Kater.
Nachdem das Lager steht, die Katzen gelüftet sind machen wir uns auf die Jagt nach tollen Bildern...
Am Abend kommt eine Kuhherde samt Hirte vorbei, während wir am Kochen sind. Gegessen wird seit ewigen Zeiten mal wieder draußen. Die Nacht ist bis auf einen Vogel der nicht aufhört zu piepen sehr ruhig und angenehm. Am nächsten Morgen wird der kleine Kater nochmal gefüttert , und dann geht schon los zu unserem nächsten Ziel. Bei Zara liegt der Tödürge Gölü ein weiterer See an dem man baden kann. Wir umrunden den See auf der Suche nach einem schönen Platz für uns, müssen allerdings einen Stopp einlegen weil ein Auto auf dem engen Weg uns ein weiterkommen unmöglich macht. Im See sind drei völlig bekleidete ältere Damen die mit viel Spaß miteinander planschen . Eine weitere ältere Frau steht draußen beim Auto und will den Badenden bedeuten raus zu kommen als wir anhalten. Mit Hand und Fuß verständigen wir uns dass die drei weiter baden sollen, und keiner in Stress kommen soll. Wir verziehen uns in Bruno, machen die Sonnenblende am Fenster hoch, damit die drei Wassernixen nach dem kühlenden Bad aus dem See steigen können, ohne Männerblicke befürchten zu müssen. Irgendwann sind alle raus aus dem Wasser und machen erstmal Picknick mit Tee und Gebäck, und wir können Bruno verlassen. Die Frauen bedanken sich wortreich dafür dass sie ihr Badevergnügen fortsetzen konnten ( so meine Interpretation ), und jede stellt sich mit Namen bei mir vor. Wir werden auch angehalten unbedingt selbst schwimmen zu gehen... Wir umrunden den See und stehen letztendlich am Vogelbeobachtungsturm der leider für Besucher geschlossen ist.
Der Platz liegt direkt an der Straße und ist für die Katzen gänzlich ungeeignet, aber für eine Nacht ist das okay. Am nächsten Morgen fahren wir weiter zum Dumanli Tabiat Parki denn dort soll es Bären geben. In den Rezessionen über diesen Park wird mehrfach von Bärensichtungen berichten.
Der Dumanli Naturpark ist ein naturbelassenes Schutzgebiet das für seine dichten Kiefernwälder, saubere Luft und weitläufige Erholungsflächen bekannt ist. Der Park liegt auf einer Höhe von rund 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von fast 9000 Hektar, und bietet Besuchern Picknickplätze mit Holztischen, Grillmöglichkeiten, Kinderspielplätze sowie eine Moschee. Für längere Aufenthalte besteht die Möglichkeit Bungalows zu mieten. Schon auf der Fahrt hoch in die türkischen Berge wird es zunehmend kühler, die Landschaft jedoch ist wunderschön. Angekommen trinken wir gemütlich in einem der vielen Pavillon einen Becher Kaffee bevor wir uns alles anschauen. Der Naturpark ist tatsächlich so schön angelegt wie es beschrieben wurde, und ist auch gut besucht von Familien die hier den Tag verbringen. Auch die vielen umgeworfenen Mülltonnen zeugen davon , dass hier Bären auf Futtersuche sind. Am Abend füllt sich der Parkplatz rund um die Moschee, denn die Gläubigen treffen sich zum Gebet (Salah). Spät am Abend klopft eine Türkin an die Tür und spricht mich in besten Deutsch an. Wie sich herausstellt ist sie in Deutschland aufgewachsen, später aber mit ihrem Ehemann in die Türkei zurück gekehrt. Sie erzählt mir dass ihr Mann die Deutschlandfahne bei uns gesehen hat, und sie aufforderte uns zu fragen ob sie uns in irgendeiner Form helfen könnten. Ich bin immer wieder über die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft begeistert. Aber ich versichere beiden dass bei uns alles in Ordnung ist, erzähle im Gegenzug von unserem Leben und Reisen in Bruno. Langsam kehrt Ruhe auf dem Gelände ein (so dachten wir) und wir machen es uns auf den Vordersitzen bequem um die Bären zu beobachten. Aber auf die Idee sind andere auch gekommen, nur das die mit ihren Autos die Strecken abfahren, mit Scheinwerfern in die Hänge leuchten, und so jeden Bär verscheuchen der sich sonst vielleicht gezeigt hätte. Um Mitternacht geben wir resigniert auf und gehen zu Bett. Der letzte Autofahrer gibt seine Jagt auf Bären gegen 3.00 Uhr auf.
Ein wenig übermüdet geht es dann am nächsten Morgen weiter in Richtung Georgien. Als Übernachtungsplatz haben wir uns einmal mehr ein Fleckchen hoch oben in den Bergen ausgesucht. Genau gesagt fahren wir das Skigebiet Ergan Dagi an, bleiben jedoch nicht im Skigebiet sondern fahren noch ein kleines Stück weiter nach Zigana Dagi. Weit ab vom Schuss eingebettet in Berggipfel, nur beobachtet von einer Schaf- und Kuhherde samt dazugehörenden Hirten sind wir völlig alleine. Die Hütehunde sind die ersten die neugierig vorbeikommen.
Hier oben dürfen wir ein Naturspektakel miterleben das ich so noch nie gesehen habe. Die Wolken hängen so tief an den Berghängen und werden vom Wind richtig in die Tiefe geschoben sodass es ausschaut als ob sich die Wolken in die Tiefe stürzen würden. Absolut spannend, leider kommt das auf einem Foto überhaupt nicht zur Geltung.
Eine kalte Nacht später fahren wir in das große Teeanbaugebiet "Rize".
Das Teeanbaugebiet Rize liegt im Nordosten der Türkei an der Schwarzmeerküste und am Kackar-Gebirge. Es ist das Zentrum des türkischen Teeanbaus und liefert rund 65 % des nationalen Schwarztees. Das feuchtwarme , regenreiche Klima der Region bietet ideale Bedingungen für Teepflanzen. Die Landschaft ist bedeckt vom Grün der Teesträucher, die Plantagen ziehen sich steil über die Berghänge hinauf. Geerntet wird dreimal im Jahr, im späten Frühling, im Sommer und im Frühherbst das letzte Mal. Caykur, das staatliche Unternehmen ist der größte Produzent vor Ort, ansonsten werden viele kleine Gärten von Familien bewirtschaftet. Über Park4Night haben wir uns einen Schlafplatz hoch oben im Anbaugebiet ausgesucht, aber wie so oft sind wir für den letzten Abschnitt zu groß und breit sodass wir umkehren und einen anderen Nachtplatz suchen müssen. Diesen finden wir im Genclik Tabiat Parki. Der Weg dorthin ist mit einem PKW sicherlich so einfach wie in den Rezessionen beschrieben, mit einem Wohnmobil wird es allerdings eine Herausforderung. Nicht nur dass man durch ein kleines Dorf mit ebenso kleinen, engen Straßen durch muss bevor man auf die neue , asphaltierte Straße kommt die auch nicht sonderlich breit ist. Hier ist fahrerisches Können gefragt ;0))) Oben auf dem Parkplatz angekommen sitzen wir den Regen aus und sind allgemein ein wenig angefressen. Die Türken hingegen lassen sich vom Gewitter nicht aus der Ruhe bringen. Überall wird in den Hütten gegrillt, und die Kinder spielen auf dem weitläufigen Spielplatz. Neben unserem Stellplatz wir gerade ein Hochseilgarten aufgebaut , der für den entsprechenden Nervenkitzel sorgt, sobald er eröffnet wird. Direkt daneben ist ein Bäcker und ein Metzger falls das Mitgebrachte Grillgut nicht ausreichen sollte.
Wir können hier im Park auch unseren Wassertank auffüllen, bevor wir uns in das Großstadtgetümmel von Rize wagen um Katzenfutter zu kaufen. Wie erwartet stellt das kein Problem dar und wir können die Vorräte für unsere Haustiger auffüllen. Obst und Gemüse wird genauso wie frisches Brot eingekauft und dann schnell raus aus der Stadt. In der Nähe von Mencuna Selalesi stehen wir an einem herrlichen Wildbach und machen das, was die Türken so gerne machen... Zusammensitzen, grillen und einfach die Schönheit der Natur genießen.
Im linken Bild sehen wir einen schwarzen Bienenstock. Die traditionelle Bienenzucht in hohlen Holzstämmen wird in der Türkei als Karakovan Imkerei bezeichnet. Diese alten, dunklen Röhren aus Baumstämmen stehen für naturbelassenen Wabenhonig auch waldreichen Regionen. Im inneren herrscht völlige Dunkelheit was der natürlichen Behausung von Bienen in Baumhöhlen entspricht, außerdem bauen die Bienen die Waben komplett selbst, ohne die vorgegebenen Mittelwände. Um die Stämme vor hungrigen Bären zu schützen, hängen Imker sie oft hoch in Bäumen oder auf speziellen Holzgerüsten auf.
Wir sind nur noch wenige Kilometer (49 km) von der Georgischen Grenze entfernt, und weil wir keinen weiteren Stellplatz finden entschließen wir uns dazu kurzfristig das Land zu verlassen. An der Grenze muss ich das Fahrzeug verlassen und zu Fuß über die Grenze gehen, während Thomas und die Katzen Bruno rüber fahren. Ich werden mit all den Fußgängern durch das Grenzgebäude geschleust, vorbei am Duty-Free Shop bis wir vor gut 10 oder 12 Kontrollstationen ankommen. Die einen haben eine türkische Fahne , andere eine georgische Fahne. Alle Schilder die vielleicht für Klarheit gesorgt hätten sind in einer Schrift die ich nicht lesen kann. Handy funktioniert auch nicht , und so stelle ich mich einfach in eine Reihe an in der Hoffnung das es schon irgendwie passt. Nach einer guten Stunde treffen wir uns auf der georgischen Seite wieder, und auch Thomas berichtet von einem chaotischen Grenzübertritt. Wie es in Georgien weiter geht, erzähle ich Euch im nächsten Blog :0)))
Türkiye'de veda (Auf Wiedersehen in der Türkei)
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