Nach dem Grenzübertritt von Albanien nach Griechenland haben wir nur eine kurze Wegstrecke bis zu unserem Schlafplatz am Nintzerossee wo wir eine von Kröten durchquakte Nacht verbringen. Am Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang kommt eine Reisebus mit älteren Herrschaften angefahren die das Spektakel genießen und wieder abfahren... Ja, nicht nur für uns ist draußen Freiheit. Auch die Katzen kommen hier auf ihre Kosten, den überall hüpfen kleine Kröten umher die vor allem Olli mächtig interessieren. Am nächsten Morgen machen wir uns auf in Richtung Küste, genau gesagt an den öffentlichen Strandparkplatz bei Sagiada.
Direkt am Strand des Ionischen Meers, stehen wir für zwei Nächte. Das ionische Becken ist Teil des Mittelmeers und hat eine nette Legende wie es zu seinem Namen kam... Einer antike Sage nach ist das Meer nach7 Io benannt, die die Geliebte des Gottes Zeus war. Dessen eifersüchtige Frau Hera verwandelte Io in eine weiße Kuh, die auf der Flucht eben dieses Meer durchschwommen haben soll... Ach schön, oder ? Dies sei nur nebenbei erwähnt.
Das Wasser ist so herrlich klar und frisch, logisch das ich schwimmen gehen muss. Thomas macht sich bereit für´s Angel und so kommt jeder zu seinem Spaß ( auch die Miezen ).
Unser nächstes Ziel ist die Acheron-Schlucht die man wohl im Fluss durchwandern kann. Das klingt doch nach einem Abenteuer für uns. Einen kurzen Zwischenstopp für ein Mittagessen legen wir an einer wirklich schönen Bucht ein bevor es weiter geht.
Weil für den Nachmittag Gewitter und Regen angesagt ist verschieben wir die Flusswanderung und gehen stattdessen ein wenig spazieren. Unser Parkplatz ist hoch über der Acheron-Schlucht und die Aussicht ist überwältigend.
Am nächsten Morgen verlassen wir den Berg und fahren ins Tal auf den Parkplatz der Schlucht, wo wir die Flusswanderung beginnen. Der bekannteste Startpunkt für den "Acheron River Walk" ist das Dorf Glyki. Von dort aus ist die Schlucht besonders gut mit dem Auto zu erreichen. Natürlich ist das Ganze ein riesiger Touristenmagnet und entsprechend gibt es Souvenirshops, Restaurants und Anbieter von Kajaktouren. Der Fluss Acheron gilt in der griechischen Mythologie als sagenumwobener Grenzfluss zur Unterwelt, dem Totenreich des Hades... Aber soweit wollen wir nicht gehen ;0)))
Es empfiehlt sich vernünftige Schuhe oder Badeschuhe zu tragen, da der Flussboden steinig ist... Klar oder ;0)
Das kalte Wasser einfach ausblenden , es sei denn es hat eine hohe zweistellige Temperatur dann sind die 13C° - 15 C° sehr angenehm. Der Einstieg ist nicht schwer, das Wasser noch nicht tief, aber das ändert sich schnell. Auch die Strömung ist an diesem Tag nicht von schlechten Eltern.
Hier versucht Thomas die kleine Drohne zu starten um zu dokumentieren wie ich durch den tiefen Teil schwimme.
Leider komme ich nicht gegen die Strömung an, und zum Stehen ist es zu tief. In der Zeit lässt Thomas die Drohne fliegen, aber die kleine knallt gegen die Felswand und geht baden. Gott sei Dank bekomme ich sie zu greifen, aber dies gilt auch nur dem Umweltschutz denn die Drohne ist kaputt. Schade eine Flug durch die Schlucht hätte sicherlich auch tolle Bilder gegeben, so aber begraben wir das Hummelchen auf unserem Friedhof der geschrotteten Elektrik . Wir machen uns auf den Rückweg mit einen dicken Grinsen im Gesicht, denn diese Art von Abenteuer bleibt ewig im Gedächtnis.
Nachdem wir uns trocken gelegt und einen Pott Kaffee auf dem Dach von Bruno getrunken haben fahren wir unseren Schlafplatz in Menidi am Strand an.
Auf unser Nachfragen bei den anwesenden Anglern ob es in Ordnung ist hier zu stehen, wird dieses lächelnd bejaht. Also richten wir uns ein, lüften die Katzen und verbringen einen schönen Abend und eine ruhige Nacht. Und hier sehen wir zum ersten Mal lebende Wasserschildkröten, zwar nur kurz und immer nur den Kopf, aber es sind eindeutig Schildkröten.
Für´s Wochenende fahren wir ein Stück weiter nach Nikoaos Skoufas, eine Bucht am Ambrakischen Golf.
Eine steile, relativ enge Straße führt hinunter an die Bucht, vorbei an einem Wohnhaus dessen Haushund mit einen Wurf von sechs Jungen uns nach unten folgt. Eine niedliche Rasselbande, die das Herz meines Mannes gleich höher Schlagen lässt. Ich bin noch sehr vorsichtig
Es dauert nicht lange bis ich mich hinaus traue, und ebenso freundlich von den Kleinen empfangen werde. Ein heftiger Regen treibt die Hunde unter Bruno und uns hinein. Nach dem Regen geht das Streicheln und Herzen weiter. Thomas versucht sein Glück mit der Angel, was von der Hundebande äußerst neugierig beobachtet wird.
Am Tag darauf sind die Regenwolken verschwunden und ein tiefblauer Himmel verspricht einen herrlichen Tag. Inzwischen hat sich ein Angler am Ufer positioniert und mehrere Ruten liegen da. Von ihm erfahren wir später das Geheimnis seines Erfolges, denn er zieht tatsächlich einen Fisch nach dem anderen heraus. Wie sich zeigt angelt er mit Meerwürmern ( BIBI ) deren Haut so dick und fest ist, das man mit einer Nadel vorarbeiten muss bevor der Wurm an den Haken kann. Auch wir versuchen erneut etwas zu fangen, aber was dann passiert übertrifft alle unsere Erwartungen. Direkt vor uns frühstückt eine Meeresschildkröte und wir sind hautnah dabei.
Zum Glück reichte die Zeit aus um die Kamera zu holen und diese Aufnahmen zu machen. Die Schildkröte hat sich nicht stören lassen und genüsslich weiter gegessen. Nach drei tollen Tagen an der Bucht wird es Zeit weiter zu ziehen, schon allein um die Katzen zu lüften die die ganze Zeit ohne Murren in Bruno waren. Also geht´s weiter...
In Anaktorio (Vonitsa), Griechenland, befindet sich IONIAN FISHING , ein Fachgeschäft für Angelzubehör und Sportfischerei. Hier finden einheimische und auswärtige Angler alles, was das Anglerherz begehrt, inklusive Ausrüstung zum Meeresangeln, Vertikalangeln und Hochseefischen. Das schöne ist, der Besitzer spricht deutsch und konnte alle unsere Fragen in unserer Muttersprache beantworten. Ausgestattet mit neuen Gummifischen, Haken und Schnur fahren wir die Gemeinde Galatas an wo wir über Park4Night einen Stellplatz am Meer gefunden haben.
Und hier kommt auch das neue Equipment zum Einsatz... Während Thomas seine Gummifische badet steht mir eine Krabbe Modell.
Leider sind wir nach kurzer Zeit gezwungen in Bruno zurück zu gehen, weil der Wind extrem stark zunimmt und der Himmel nach Weltuntergang aussieht.
Im Video haben wir einen tollen Zeitraffer der die Gewitterwand schön zeigt wie sie an uns vorbei zieht. Kein Regen, kein Gewitter nur heftiger Wind. Von unserem Stellplatz aus sehen wir die neue Brücke (Evripos-Brücke ) die auf den Peleponnes führt und das ist das Ziel für den nächsten Tag. Nach einem Wegegeld von 24,70€ dürfen wir die Brücke passieren und sind auf dem Peleponnes. Nach einem Zwischenstopp bei Lidl fahren wir weiter in das antike Olympia. Dort auf dem Parkplatz angekommen werden alle Ventilatoren angeschaltet, die Kühlmatten ausgelegt damit die Miezen sich wohl fühlen während wir Olympia besichtigen.
Entgegen der häufigen Annahme war das antike Olympia keine echte Wohnstadt mit Bürgern, Marktplatz und Wohnvierteln. Es war ein reines Heiligtum, das dem Göttervater Zeus gewidmet war. Im Jahr 776 v. Chr. wurden die Spiele hier das erste Mal offiziell dokumentiert.
Das antike Stadion in dem die Athleten auf einer Sandbahn liefen deren Start- und Ziellinie aus Marmor noch heute sehr gut sichtbar sind. Bis zu 40.000 Zuschauer fanden Platz auf den Grashügeln und Erdwällen an den Seiten. Egal in welcher Disziplin gab es in der Antike nur einen Sieger, der einen schlichten Kranz eines wilden Olivenbaumes erhielt, jedoch war dem Gewinner der lebenslange Ruhm in seiner Heimatstadt gewiss.
Recht im Bild, die Ruine des Tempels der Hera der Schätzungen zufolge aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. stammt und einer der ältesten bekannten Tempel Griechenlands ist.
Der Zeustempel von Olympia war der dominierende Bau im gesamten Heiligtum und wurde etwa 480 bis 456 v. Chr. errichtet. Der etwa 64 Meter lange, 28 Meter breite und 20 Meter hohe Tempel zählt zu den bedeutendsten Bauwerken frühklassischer Architektur. Er galt als größter Tempel zur Zeit seiner Erbauung in ganz Griechenland.
Am fünften Tag der olympischen Spielezogen alle Athleten und Zuschauer zum Tempel um am Brandaltar Rinder zu opfern, die anschließend bei einem Festschmaus verspeist wurden.
Die Werkstatt des Phidias entsprach exakt den Maßen des Innenraums des Zeustempels, sodass Phidias die optische Wirkung der riesigen Zeusstatue vorab prüfen konnte. Bei Ausgrabungen in den 1950 Jahren stieß man auf Handwerksgeräte wie Goldschmiedehammer, Knochenwerkzeuge sowie Reste von Elfenbein und Tonmatrizen. Mit diesen Formen wurden die Gold- und Glasfalten des Gewandes von Zeus gegossen. Der spektakulärste Fund jedoch war ein keiner antiker Trinkbecher mit schwarzer Glasur auf dessen Boden "Pheidio eimi" - " Ich gehöre dem Phidias " . Das lieferte den Beweis für die Authentizität der Werkstatt.
Im frühen 5. Jahrhundert n. Chr. bauten die Bewohner die Werkstatt in eine frühchristliche, dreischiffige Basilika um.
Das gesamte Gelände beherbergt insgesamt 69 Tempel und Altäre, diese alle zu zeigen würde den Rahmen sprengen. Also erzähle ich euch noch vom Museum das dem antiken Olympia angeschlossen ist.
Giebelfiguren des Zeustempel...
Das Archäologische Museum gehört zu den bedeutendsten in ganz Griechenland und stellt die wichtigsten Funde aus dem antiken Heiligtum aus. Im linken Bild sehen wir in der Mitte die Panzerstatue des Kaisers Hadrian. Rechts , zwei Statuen aus dem Heratempel.
Neben den großen Marmorstatuen besitzt das Museum die weltweit größte Sammlung antiker Bronzen. Da die Athleten und Herrscher den Göttern Geschenke machten, fand man hier Tausende von Gegenständen. Waffen und Rüstungen, Dreifüße und Kessel, sowie Sportgeräte wie z.B. antike Disken.
Nach einem Tag voller Geschichte kommen wir ziemlich erledigt an Bruno an, fahren raus aus Olympia und finden oberhalb des Ortes unseren Schlafplatz für die Nacht. Neben einem verlassen Hubschrauberlandeplatz lüften wir unsere Miezen, werden Klangtechnisch Zeuge einer griechischen Beerdigung bevor wir kaputt aber glücklich ins Bett fallen.
Bei Recherchen haben wir herausgefunden das die falsche Karettschildkröte an einen Strandabschnitt angeblich ihre Eier ablegt. Das wäre natürlich ein Highlight und wir machen uns auf zu diesem Strand. Ihr seht es mir bitte nach, dass ich den Strand nicht öffentlich benennen möchte. Halt machen wir neben einem riesigen Tomatenfeld, haben eine kurze schöne Unterhaltung mit einem Feldarbeiter bevor dieser anfängt das Feld zu spritzen. Um davon nicht einzuatmen machen wir einen Spaziergang am Strand und sehen auch tatsächlich mehrerer Meeresschildkröten.
Leider kam in der Dämmerung keine Schildkröte an Land, dafür heftiger Wind und Regen ;0)) Wir wollen den Wochenmarkt in Kalamata besuchen der Samstags noch größer ist als unter der Woche. Auf unserem Weg dorthin machen wir Halt am Voidokilia Strand der in einer kleinen Bucht liegt und lt. Rezessionen wunderschön sein soll. Der Zufahrtsweg ist sehr eng und mit dem Gegenverkehr nicht ganz einfach. Auf dem Parkplatz stehen trotzdem wirklich große Reisemobile die uns staunen lassen. Die Bucht hält was sie verspricht , nur das Wetter ist nicht auf unserer Seite. Nach weniger als einer Stunde packen wir wieder zusammen und sitzen in Bruno den Regen aus.
Weiter geht´s nach Kalamata wo wir auf einem sehr großen Parkplatz die Nacht verbringen und am nächsten Morgen den Markt besuchen.
Auf diesem herrlichen Großmarkt decken wir uns mit allem ein was Herz und Magen begehrt. Aprikosen und Äpfel, frischer Dill der sich als Aniskraut herausstellt... Ja, seit Corona kann Anis auch mal wie Dill riechen 😂. Ein Teil des Marktes ( alles im festen Gebäude ) ist die ganze Woche über geöffnet, wie z.B. die Stände der Fisch und Fleischhändler. Gewürze, Olivenöl und Alkoholika werden natürlich auch angeboten.
Schwer bepackt zurück an Bruno verlassen wir Kalamata und fahren übers Wochenende in die Berge. Dort stehen wir an einem Kinder- und Jugend-Sommercamp, das jetzt noch einsam und verlassen daliegt. Hier können wir auch mal wieder einen schönen langen Spaziergang mit den Katzen machen, bevor es schon wieder regnet.
Nach einem kalten und verregneten Wochenende starten wir in die neu Woche mit etwas mehr Licht und Wärme. Auf unserer Fahrt ins Tal, kommen wir an einigen Absperrungen vorbei weil die Straßenkante abgebrochen oder die Straße von Geröll verschüttet ist. Irgendwann vor nicht allzu langer Zeit müssen heftige Regenfälle dieses Chaos verursacht haben.
Unser Ziel ist Mystras eine Ruinenstadt die wie ein Freilichtmuseum in den Hängen des Taygetos Gebirges unweit von Sparta liegt. Ähnlich wie in Butrint (Albanien) geht man auch hier durch die Zeitgeschichte.
Im Jahr 1249 baute der fränkische Fürst Wilhelm II. eine Burg auf dem Gipfel, um die Region zu kontrollieren. Nur zehn Jahre später wurde er von den Byzantinern gefangen genommen, und musst die Burg als Lösegeld übergeben. Von da an wuchs rasant eine Stadt um die Burg herum. Mystras wurde die Hauptstadt des Teilreiches und zur zweitwichtigsten Stadt des Byzantinischen Reiches nach Konstantinopel. 1460 fiel die Stadt an die Osmanen , wurde kurzzeitig von den Venezianern erobert und im 19. Jahrhundert im griechischen Unabhängigkeitskrieg endgültig zerstört. Die Bewohner zogen in das neu gegründete Sparta im Tal.
In der Unterstadt in der das normale Volk lebte, ist bekannt für seine Kirchen und Klöster und den guterhaltenen Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Die Kathedrale Agios Demetrios stammt aus dem 13. Jahrhundert und überrascht im Inneren mit gut erhaltenen Fresken und ist die älteste Kirche der Stadt.
Agioi Theodoroi Kirche ↥
Panagia Hodegetria Kirche aus dem Jahr 1310
Natürlich gehen wir zu Fuß den Berg hinauf um alle Gebäude anzuschauen, was sich als äußerst schweißtreibend herausstellt, aber der Mühe unbedingt Wert ist. Ich werde euch jetzt nicht mit jedem Gebäude langweilen, es würde auch zu viel sein. Also weiter in die Oberstadt... Hier residierte die Elite und hier steht auch der Palast der Despoten (Ein Despot ist ein unumschränkter Herrscher oder Gewaltherrscher, der mit absoluter Machtfülle ausgestattet ist und uneingeschränkt nach eigenem Willen und Gutdünken regiert. Das Staatsoberhaupt steht dabei über dem Gesetz; die Bevölkerung wird meist unterdrückt).↓
Vom Palast des Despoten geht es noch ein gutes Stück steil den Berg hinauf zur Burg. Leider fängt es an zu regnen und stellen uns kurz unter.
Der Ausblick von der Burg aus ist einfach absolut genial, und wir sind mehr als froh die insgesamt 242 Höhenmeter in Angriff genommen zu haben.
Die 1950 gebaute Dimitrios, ein Lastschiff das früher unter dem Namen Klintholm fuhr strandete am 1981 am Strand von Valtaki. Offiziell hieß es dass die Reederei in finanziellen Schwierigkeiten steckte, der Kapitän schwer erkrankte und das Schiff über ein Jahr führungslos im Hafen von Gythio lag, bis heftige Winterstürme die Vertäuung zerrissen und die Dimitrios an ihrem heutigen Standort strandete.
Inoffiziell hält sich aber die Legende wonach die Besatzung in den illegalen Zigarettenschmuggel zwischen der Türkei und Italien verwickelt gewesen sein soll , und das Schiff absichtlich in Brand gesteckt und auf Grund laufen ließen um Beweise vor den Behörden zu vernichten.
Das Wrack liegt im seichten Wasser und ist leicht zu erreichen, jedoch sagt der gesunde Menschenverstand dass man nicht versuchen sollte darin zu klettern. Man kann ohne Probleme Aufnahmen auch vom inneren des Wracks machen. Thomas nimmt die Action-Cam mit ins Wasser , um auch Aufnahmen von der Unterseite bzw. von der Lage des Schiffs zu machen... Doof nur, dass die Klappe mit der Ladebuchse nicht ordentlich verschlossen war. Alle Aufnahmen die darauf gespeichert waren sind kaputt, genauso die Cam selbst. " Ruhe in Frieden, und grüße das Hummelchen" Mit der anderen Kamera haben wir dann nochmals Aufnahmen gemacht, aber das ist ein Missgeschick das echt teuer ist. Ziemlich angefressen machen wir uns auf zu unserem Schlafplatz der nur wenige Kilometer von hier entfernt ist. Am Kokkinia Beach wollen wir das schöne Wetter genießen und eine kleine Reisepause einlegen.
Abseits der Strandbars an einem ruhigen und eher verlassenen Abschnitt des Strandes verbringen wir drei Tage. Wir liegen in der Sonne, holen uns den ersten Sonnenbrand des Jahres und genießen das herrliche Meer. Hin und wieder kommen Feldarbeiter vorbei, gehen kurz schwimmen und sind auch schon wieder verschwunden. Obwohl hier am Parkplatz eine Dusche und eine Umkleidekabine sind, die ja eigentlich auf viele Badegäste schließen lassen, ist wenig los.
Man könnte es ewig aushalten hier, aber leider sind Wasser und Lebensmittel aufgebraucht und wir müssen weiter ziehen. Auf dem Weg zum Kloster Elona Ver- und Entsorgen wir, gehen Einkaufen und sind wieder ausgerüstet um einige Tage frei stehen zu können. In diesen Tagen ist unser Hauptthema der Umgang auf YT und Kommentaren die weit unter die Gürtellinie gehen. Unsere Empörung wie so manche Zuschauer aus der Anonymität heraus meint uns beleidigen zu dürfen ist grenzenlos. In einem unserer Videos machen wir das zum Thema und fragen nach wie wir damit umgehen sollen, und die Resonanz ist großartig. Die Community ist sich einig... Melden, Löschen, Blockieren. Genauso werden wir das in Zukunft handhaben. Vielen Dank dafür.
Das Kloster Elona im Norden von Arkadien klebt wie ein Schwalbennest an einer senkrechten Felswand in etwa 650 Metern Höhe im Parnon-Gebirge. Die offizielle Gründung des Klosters wird auf das 15. oder 16. Jahrhundert datiert. Nach schwerer Zerstörung durch die Türkenherrschaft 1770 wurde es neu aufgebaut. Es gilt wegen einer als wundertätig verehrten Ikone der Jungfrau Maria als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Region. Früher ein Männerkloster, lebten dort bis vor wenigen Jahren noch vereinzelt Nonnen.
Leider darf man im inneren der kleinen Kirche nicht filmen oder fotografieren, aber ich kann euch sagen es war wunderschön. Dieser Ort strahlt Ruhe und Frieden aus, sodass man sehr gut verstehen kann warum gerade hier ein Kloster gebaut wurde.
Auf abenteuerlichen Wegen geht es wieder an die Küste zum berühmt berüchtigten "Saladi-Beach". Der Strandabschnitt gehörte früher zu einem Luxushotel der besonderen Art und ist heute ein Lost-Place. Aber eins nach dem anderen.
Die Anfahrt von Norden her über das Dorf Didyma hinunter zur Bucht gilt als die sicherste und am einfachsten zu fahrende Strecke. Sie führt über Serpentinen durch Olivenhaine bergab und bietet bereits von oben einen beeindruckenden Blick auf den gigantischen Betonkomplex. Geparkt wird am Strand der so weitläufig ist das man Kuschelnachbarn nicht fürchten muss ;0))).
Nachdem wir einen Schattenplatz gefunden und Bruno präpariert haben , geht´s erstmal an den Strand. Auch hier haben wir türkisblaues Wasser, viele kleine Fische die zum Schnorcheln einladen, aber zuerst ist der Lost Place an der Reihe.
Das gigantische Hotel wurde in den 1970 Jahren unter der damaligen griechischen Militärdiktatur erbaut und war für diese Zeit ein absolutes High-End-Resort. Die Anlage etwa so groß wie elf Fußballfelder , ausgestattet mit einer hochmodernen Poollandschaft mit Poolbar, Tennisplätze, eine eigene Minigolfanlage, ein Amphitheater und eine Diskothek direkt am Strand bot dem zahlungskräftigen Publikum eine Wohlfühloase.
Der Wendepunkt und der Beginn des Untergangs kamen Anfang der 1980 Jahre. Der Hotelbesitzer ließ sich von einem deutschen Reiseveranstalter davon überzeugen, das Hotel als FKK-Resort zu vermarkten. Zu dieser Zeit boomte das Nudisten-Konzept in Westeuropa und versprach klingelnde Kassenbestände. Jedoch erweckte dies den Groll der damals extrem konservativen und tief religiösen Bevölkerung. Angeführt vom örtlichen orthodoxen Bischof formierte sich der Protest. Tausende aufgebrachte Einheimische zogen vor das Hotel und an den Strand um gegen die "Sünde und Obszönität" des Nacktbadens zu demonstrieren . Die nackten Urlauber wurden regelrecht vom Strand und der Anlage verjagt.
In den letzten drei Jahrzehnten wurde das Saladi Beach Hotel komplett geplündert und dem Vandalismus preisgegeben. Alles was nicht niet- und nagelfest war - von den Möbeln, Fenstern und Türen bis hin zu den Aufzügen, Badewannen und den Kupferkabeln in den Wänden, wurde gestohlen. Selbst Marmorplatten der Treppen wurden entwendet.
Von einem Zuschauer unseres Videos haben wir erfahren, dass das Hotel einen neuen Besitzer hat der dem Lost Place wieder Leben einhauchen möchte. Bis 2030 soll es wieder ein 5 Sterne Hotel werden. Wir wünschen gutes gelingen.
Vom Strand aus haben wir einen schönen Blick auf das 68 Meter lange Begleitschiff "Nebula" des WhatsApp Mitbegründer Jan Koum. Die Nebula wurde gebaut um alle Spielzeuge des Milliardärs unterzubringen . Die Nebula ist schwimmende Basis für einen Hubschrauber, Beiboote, Tauchausrüstung sowie Wassersportgeräte.
Herzlichen Glückwunsch Herr Jan Koum, da haben Sie eine blendende Idee mit WhatsApp gehabt und umgesetzt.
Wir trinken hier unseren Morgenkaffee gerne am Strand, ich gehen anschließend schwimmen während Thomas die Angel auswirft. Es ist ein so schöner Platz von dem man eigentlich nicht weg möchte. Auch der kleine Kater der Morgens und Abends zum fressen kommt lässt uns nur ungern gehen aber mitnehmen ist leider keine Option.
Nur zehn Autominuten von Saladi Beach befindet sich eine Doline die wir uns unbedingt anschauen wollen. Bei den Dolinen von Didyma handelt es sich um zwei riesige kreisrund Krater, die vor Urzeiten durch den Einsturz von unterirdischen Karsthöhlen entstanden sind.
Die große Doline ist schon von Weitem gut sichtbar am Berghang gelegen. Sie ist deutlich größer aber wilder und nicht so einfach begehbar wie die Kleine.
Die kleine Doline liegt versteckt in der Ebene und ist von außen kaum zu sehen. Durch ein schmiedeeisernes Tor führt eine steile Treppe unter die Erde in den Krater hinein. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden in die senkrechten Felswände zwei kleinen Kapellen hineingebaut.
Leider können wir keine vollständige Runde in der Doline laufen, da immer wieder große Felsbrocken den schmalen Weg versperren. Auch die Risse und Spalten in der Felswand machen ein ungutes Bauchgefühl. Aber wir haben beide Kapellen gesehen und klettern stand heute sowieso nicht auf dem Programm. Weiter geht´s ins 38 Kilometer entfernte Epidauros.
Wenn wir heute von Epidauros sprechen meinen wir nicht nur das antike Theater, sondern vielmehr die Geburtsstätte der modernen Medizin. Der Hauptgrund warum die Menschen aus der ganzen antiken Welt nach Epidauros pilgerten, war das Asklepieion, das bedeutendste Heilungszentrum der Antike, gewidmet dem Gott der Medizin "Asklepios". Das Theater war eigentlich nur ein Nebengebäude denn man betrachtete Gesundheit ganzheitlich. Die Heilung basierte auf einer Kombination aus gutem Essen, Sport, Kultur und spirituellen Ritualen. Kranke legten sich in einer speziellen Halle schlafen, und im Traum , so glaubte man, erschien ihnen der Gott Asklepios in Form einer Schlange und heilte sie direkt oder diktierte die richtige Therapie. Die zahmen, ungiftigen Schlangen die im Heiligtum frei herumkrochen sind der Grund warum sich noch heute die Schlange um den Äskulapstab windet.
Das im 4. Jahrhundert v.Chr. erbaute Theater gilt als Wunder der Akustik. Steht man im Zentrum der runden Arena und fängt an zu reden oder singen, kann man dies in der letzten oberen Reihe noch immer sehr gut verstehen. Forscher haben herausgefunden dass die Riffelung und Anordnung der Kalksteinstufen wie ein natürlicher Klangfilter wirken. Sie unterdrücken tieffrequente Töne wie das Rauschen des Windes, und reflektieren die hochfrequenten Töne der Stimme nach oben... Wir konnten dies miterleben als sich eine Schulklasse die uns gegenüber im Theaters daneben benahm, und ein Ordner die Klasse zurechtwies. Die zarte Stimme der jungen Frau war sehr deutlich zu hören ;0))).
Ziemlich erschlagen von der Hitze finden wir einen Schlafplatz mit Blick auf den Lichnari Strand, wo wir die Katzen lüften und einen kurzen Spaziergang machen. Thomas versucht erneut sein Glück beim Angel, während die Katzen in den Sträuchern und Büschen ihren Spaß haben. Nach einer weiteren tropischen Nacht verlassen wir die Halbinsel über den Kanal von Korinth.
Die Idee die Landenge von Korinth zu durchstechen ist keine Idee der Moderne. Schon in der Antike wünschten sich die Kapitäne eine bessere Lösung als die gefährliche und stürmische Umrundung des Peloponnes, der zudem einen Umweg von rund 400 Kilometern darstellte. Im 6. Jahrhundert v. Chr. baute man einen gepflasterten Schiffsschleppweg auf dem Schiffe auf hölzerne Karren gesetzt und von Sklaven über das Land gezogen wurden. Kaiser Nero ( 67 n. Chr. ) versuchte tatsächlich den Kanal von tausenden Sklaven graben zu lassen, jedoch wurde das Projekt aufgrund der extrem hohen Kosten nach seinem Tod aufgegeben. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde der Plan in die Realität umgesetzt. Inspiriert durch den Suezkanal begannen die Arbeiten 1881 und wurden 1893 eröffnet. Eine Sensation und große Erleichterung für die Schifffahrt die allerdings nicht lange währte. Für die heutige moderne Schifffahrt ist der Kanal zu schmal und flach. Große Containerschiffe und moderne Kreuzfahrtschiffe passe nicht schlicht und ergreifend nicht durch.
Der Kanal hat eine Länge von etwa 6,3 Kilometern und hat an der Wasseroberfläche eine Breite von 24 Metern. Die fast senkrechten Wände sind an der höchsten Stelle rund 79 Meter hoch.
Wir versuchen zuerst von der alten Eisenbahnbrücke aus einige Fotos zu schießen, und spazieren dann zu dem auf Google leicht zu findenden Fotopoint. Hier ist auch das obere Foto entstanden.
Unser Nachtlager finden wir bei Kineta, ein Platz der schwierig zu erreichen, und inzwischen bei Park4Night gelöscht wurde. Unter Kiefern und absoluter Abgeschiedenheit verbringen wir einen gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht, bevor es am nächsten Morgen ins quirlige Athen geht.
Der Stadtverkehr ist wie zu erwarten war voll, hektisch und nicht angenehm. Aber das ist wohl in allen Großstätten so. Athen ist die geschichtsträchtige Hauptstadt von Griechenland, und gilt historisch gesehen als die Wiege der westlichen Demokratie.
Akropolis bedeutet übersetzt einfach nur Oberstadt oder Burgberg. Auf unserer Reise durch Griechenland sind wir häufig an Schildern vorbei gekommen die den Weg zur Akropolis gezeigt haben. Die Akropolis in Athen jedoch ist das wohl berühmteste Wahrzeichen Griechenlands und ein Meisterwerk der antiken Architektur.
Natürlich haben wir keine Karten online vorbestellt, und natürlich sind wir auch viel zu spät dran um direkt eingelassen zu werden. Wir müssen gute zwei Stunden überbrücken und das machen wir auf einem Schattenbänkchen mit einem leckeren Slush-Ice. Während unserer Wartezeit kommen Laiendarsteller in historischen Kostümen und bieten für 5Euro die Möglichkeit sich mit ihnen zu fotografieren. Wir lehnen dankend ab, aber einen goldenen Kopfschmuck wie ihn die Athene trug, hätte ich zu gern für Thomas gekauft ;0))).
Dann endlich dürfen wir die hinauf auf die streng bewachte und von Ordnern gehütete Akropolis.
Zuerst kommen wir am antiken ,römischen Theater am Südhang vorbei. Im Odeon des Herodes Atticus das 161n. Chr. fertiggestellt wurde und Platz für 5000 Zuschauer bietet, wird noch heute für Konzerte und Aufführungen genutzt.
Durch die Propyläen , das monumentale Torgebäude betritt man heute wie damals den heiligen Bezirk. Erbaut zwischen 437 und 432 v. Chr. blieb es jedoch unvollendet.
Das markanteste Gebäude ist der Parthenon der im 5. Jahrhundert v. Chr. zu Ehren der Stadtgöttin Athena Parthenon errichtet wurde. Das erstaunliche an diesem Bau ist, dass es keine einzige exakte gerade Linie gib. Die Säulen sich leicht nach innen geneigt und in der Mitte minimal dicker. Ohne diese Krümmungen würde das Gebäude für das menschliche Auge völlig starr, unecht und in der Mitte durchhängend erscheinen. Durch die Entasis erscheint es absolut harmonisch.
Das Erechtheion das im Laufe der Zeit von einem Tempel in dem mehrere Götter verehrt wurden, in ein sakrales Gebäude umgestaltet wurde, ist bekannt für seine Karyatiden, sechs wunderschöne Frauenstatuen die das Dach der Vorhalle tragen. Datiert wird der Tempelbau auf etwa 420 und 406 v. Chr.
Zurück an Bruno stürzen wir uns doch noch in den Großstadtverkehr denn wir brauchen Holz für ein Regal das ich in die Dusche einbauen möchte. Beim Praktiker Baumarkt in Athen bekommen wir Dachlatten und Bretter und können dann endlich unseren Wochenendplatz anfahren. Das Bergdorf Dikastika erreichen wir noch auf Asphalt, unseren Schlafplatz der unterhalb an der Küste liegt ist jedoch nur auf ausgewaschenen Lehm- und Schotterpisten erreichbar. Wir laufen die Strecke zuerst ab, füllen Bodenlöcher mit Steinen auf , und präparieren wo immer es nötig scheint.
Das Regal ist schnell zusammengebaut und bringt uns zusätzlichen Stauraum den wir dringend brauchen. Solange wir die Außendusche benutzen können bleibt das Regal stehen, in der kalten Jahreszeit wird es abgebaut und kommt auf´s Dach. Thomas kann hier nach Herzenslust seine Gummifische baden, denn das Angelglück ist ihm noch immer nicht hold ;0)), und auch die Katzen kommen hier auf ihre Kosten.
Unser kleines Paradies haben wir allerdings nicht lange für uns alleine, immer wieder findet jemand den Weg hierher. Am Wochenende sind einige Badegäste da die aber am Abend wieder abfahren. Ich bekomme meine erste Lektion im Angel und verknote in kurzer Zeit die Leine oder Schnur oder wie auch immer man das nennen mag. Nur Fische fängt keiner von uns. Am Montag haben wir das Paradies wieder für uns und genießen es ausgiebig bevor es weiter geht auf die Insel Euböa. Auf dem Weg dorthin besuchen wir einen "Jumbo", das sind riesige Läden mit allem was man sich vorstellen kann. Von Haushaltsartikeln über Spielzeug, Camping- und Badeartikel ist hier einfach alles zu finden. Wir kaufen für die Katzen ein bisschen was, Thomas findet beim Angelzubehör etwas, für mich gibt es ein neues Oberteil. Unsere Meinung zu Jumbo... unbedingt mal reinschauen.
Bei Nea Artaki stehen wir direkt am Strand, der allerdings nicht besonders einladen aussieht und auch nicht gut riecht. Aber für eine Nacht durchaus machbar. Abends gehen wir gemeinsam auf den Felsklippen zum Angeln, das wir nichts fangen brauch ich nicht erwähnen, das habt ihr euch schon gedacht. So verbringen wir eine heiße Nacht bevor wir am nächsten Morgen rund 53 Kilometer in die Region um Mantooudi und Limni in Nord Euböa fahren. In den verlassenen Bergbaugebieten wurden Magnesit und Nickel im Tagebau gewonnen und im Laufe der Zeit haben sich in den Gruben atemberaubende, türkisblaue Seen gebildet. Zwischen den Dörfern Prokopi und Mantoudi gibt es etwa 12 kleine und große künstliche Seen. Die unterirdischen Gewässer füllten die riesigen Krater, die bis zu 80 Meter tief sind.Diese ehemaligen Tagebaue sind beliebte Fotomotive. Experten warnen jedoch, da die Krater nie vollständig saniert wurden. Das Wasser kann Schwermetalle enthalten, weshalb es sich um ein Industriegebiet und nicht um einen Badesee handelt. Dies wird uns schnell klar, als wir vor einem Betriebsgelände stehen dessen Durchfahrt deutlich sichtbar verboten ist.
Also umgedreht und zurück zum Anfang der Strecke wo wir von der Straße aus einen kleinen See gesehen haben.
Die Zufahrt zum See ist einfach und der Platz wunderschön. Wir stehen neben dicken Oleanderbüschen dessen Duft hinreißend ist, die Katzen fühlen sich auch sehr wohl, und alle sind zufrieden. Was unser Fienchen überhaupt nicht mag ist wenn wir baden gehen und sie allein am Ufer zurück lassen. Hingegen genießt sie es von mir mit den Händen mit Wasser nass gemacht zu werden, weil der Wind sie dadurch abkühlt. So vergeht die Zeit mit Baden, Angeln und die Seele baumeln lassen. In der Nacht werden wir von zwei leichten Erdbeben geweckt, die uns ein klein wenig durchschütteln, ein drittes kommt währen des Morgenkaffes. Anscheinend sind solche Beben auf der Insel Euböa nichts besonderes und kommen regelmäßig vor. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir müssen weiter ziehen. Bei unseren Recherchen sind wir auf die alte, verlassene Papierfabrik in Rovies gestoßen, die wir uns anschauen möchten. In Rovies angekommen können wir direkt an der Fabrik parken. Zu meinem Schrecken sind überall Futternäpfe aufgestellt und der Schock von dem Hundebiss sitzt noch immer tief. Ich traue mich nicht auszusteigen, sodass Thomas zuerst alleine losgeht und die Lage sondiert. Später holt er mich ab in die hundefreie Zone, und wir besichtigen die alte Fabrik gemeinsam.
Die alte Papierfabrik in Rovies ist ein historisches Wahrzeichen mit enger Verbindung zur Dorfgeschichte, denn sie spielte eine zentrale Rolle für den Aufstieg der Region. Hergestellt wurde vor allem hochwertiges, fettdichtes Papier wie Pergamentersatz ( Butterbrotpapier). Zusammen mit dem traditionellen Olivenanbau war die Fabrik Hauptarbeitgeber für die Einwohner von Rovies, und dank ihnen gehörte das Dorf und seinen Umgebung zu den ersten Orten die Elektrizität hatten, lange vor der Gründung der staatlichen Energieversorgung. Männer die in der Fabrik arbeiteten waren gefragte Ehemänner ;0)). Durch einen schweren Brand in den 1990er Jahren wurde die Fabrik schwer beschädigt, und Anfang des 20. Jahrhundert geschlossen.
Geht man heute durch diesen Lost-Place könnte man meinen dass die Arbeiter nur in der Mittagspause sind, denn alle Gerätschaften und Werkzeuge sind noch vorhanden. Ja ein wenig übertrieben denn der Vandalismus kennt ja bekanntlich keine Grenzen und hat auch hier gewütet. Trotzdem ist noch viel der alten Arbeitsmittel übriggeblieben.
Den Rest des Tages verbringen wir am Strand von Tsokaitit Istiaia. Das schöne ist, dass wir wieder direkt am Meer stehen und hier soll man mit etwas Glück Delfine sehen können. Ihr ahnt es schon, wir sehen keine ;0( . Thomas versucht ebenfalls glücklos zu Angeln und ich mach es mit mit meinem Buch in Bruno gemütlich. Den nächsten Tag verbringen wir am Strand, gehen schwimmen und tauchen und sind rundum zufrieden. Am Nachmittag zieht ein schweres Gewitter mit Starkregen auf und verbreitet Weltuntergangstimmung, doch als dieses vorbei ist haben wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang.
Unser nächster Stopp ist am Limni Iliki See, wo wir unseren Hochzeitstag und Thomas Geburtstag feiern wollen. Also fahren wir bei Regen los, und kommen bei allerbesten Wetter am See an.
An diesem See ist eine alte Pumpstation, im flachen Wasser kann man noch deutlich die dicken Rohre sehen die entlang des Ufers verlegt wurden. Die Anlage scheint schon lange außer Betrieb zu sein, jedoch kann ich keine Informationen darüber finden. Klar ist nur, dass hier Wasser aus dem See in Land hinein gepumpt wurde.
Ein wunderschöner Platz um zu arbeiten , eben und gerade weil wir auf einer Betonplatte stehen, und sogar unser Tarp aufspannen können. Mit einem oder besser zweien Ziegenhirten unterhalten wir uns auf sehr spaßige Weise, denn die beiden (Vater und Sohn) können noch weniger Englisch als wir. Aber am Ende ist klar dass wir hier stehen dürfen, und auch Tisch und Stühle aufstellen dürfen. Thomas fragt wie es mit angeln aussieht, was auch bejaht wird. Sehr herzlich verabschieden wir uns voneinander, und am Nachmittag treffen wir noch die Ehefrau und Mutter der beiden, die mit einer riesigen Ziegenherde bei uns vorbei kommt.
Die Katzen die bis dahin draußen unterwegs waren ziehen es vor nach drinnen zu gehen bis die Ziegen durch sind. Unser Fienchen hat hier große Freude den grünen Eidechsen (Balkangrüne Eidechsen) hinterher zu jagen. So verbringen wir drei herrliche Tage und auch Thomas hat endlich Erfolg und fängt einen Riesenfisch .
Der Fisch kommt auf den Grill, und das Siegerlächeln hat Thomas an diesem Tag nicht mehr verlassen. :0)) Der Sohn des Ziegenhirten kommt täglich vorbei um einen kleinen Plausch zu halten und zu sehen ob bei uns alles ok ist. So viel Gastfreundschaft wie wir in Griechenland erfahren dürfen ist unbeschreiblich schön. Obwohl es uns allen vieren hier außerordentlich gut gefällt müssen wir weiter, denn Griechenland hält noch einiges für uns parat.
Nach einem Fahrtag bzw. 160 Kilometer Strecke kommen wir über eine Bergstraße oberhalb von Moschokaria an. Abseits der Straße stehen wir eingesäumt von Bäumen, Büschen und wilder Vegetation völlig alleine für die Nacht. Zu unserer Freude kühlt es ordentlich ab und der Regen bei Nacht lässt uns Mal wieder richtig gut schlafen. Am nächsten Morgen lasse ich es mit nicht nehmen barfuß bei Regen draußen rum zu spazieren und dabei die Zähne zu putzen. Ich kann es euch nur empfehlen, der Tag fängt gleich viel besser an. Unser Ziel für den Tag sind die Klöster von Meteora, doch leider hört der Regen nicht auf und wir fahren einen Parkplatz in der Nähe an. Hier lüften wir die Fellnasen, gehen gemeinsam spazieren. Ohne die Miezen gehen wir später den Wanderweg zum Meteora-Viewpoint von woaus man einen tollen Blick auf die Klöster haben soll.
Stimmt, eines der sieben kann man sehr gut sehen.
Am Donnerstag endlich können wir die Klöster anschauen. Wir haben uns den Wecker extra früh gestellt und sind somit pünktlich um 9.00 Uhr am kleinen Kloster auf dem Parkplatz angekommen. Da in den Klöstern eine strenge Kleiderordnung herrscht, ziehen wir lange Hosen an. Leider reicht das für mich nicht aus, denn Frauen müssen einen langen Rock tragen. Da ich nur Hosen anhabe muss ich mir ein Tuch rockähnlich umbinden. Sieht lustig aus, muss aber. Das gleiche gilt für die Herren die in Shorts ankommen, auch die müssen sich ein Tuch umbinden ;0)))
Der Name Meteora leitet sich vom griechischen Wort "meteoros" ab, was so viel wie "in der Luft schwebend" bedeutet. Möche errichteten ab dem 14. Jahrhundert auf den Spitzen der bis zu 500 Meter hohen Sandsteinfelsen zuerst Einsiedeleien, die später zu Klöster heranwuchsen. Ziel war der Schutz vor Angreifern sowie absolute Abgeschiedenheit und die maximale Nähe zu Gott.
Wir besuchen zuerst das kleine Kloster, bestaunen die herrlichen Ikonen und Gemälde, sind absolut begeistert von der Kirche die man leider nicht filmen oder fotografieren darf. Auch das Museum ist bemerkenswert und und richtig spannend.
Die antiken Bücher und Handschriften in den Klostermuseen stammen größtenteils aus der Zeit zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert. Ausgestellte Exemplare stammen aus der Epoche zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert.
Wandmalereien zeigen Szenen aus dem Klosterleben der Mönche.
Ich bin total begeistert und kann gut verstehen, warum die Brüder in luftiger Höhe gebaut haben. Nur von der damaligen Ruhe und Spiritualität ist nichts mehr geblieben. Touristen lassen selbst an diesem heiligen Ort ihren Müll liegen während sie auf der Klosterwiese ein Sonnenbad nehmen. Hier ist "Fremdschämen" angesagt.
Wer sich jetzt fragt wie kamen die Brüder in diese schwindelnden Höhen hinauf, oder auch die benötigten Vorräte...
Bis in die 1920er Jahre gab es keine Treppen, Die Mönche und alle Baumaterialien und Lebensmittel wurden über Strickleitern an den Felswänden empor getragen, oder in großen Netzen mit einer Seilwinde nach oben gezogen.
Für das große Kloster ziehe ich mich der Kleiderordnung entsprechend an und habe die Wahl zwischen Bergstiefeln und Laufschuhen zu meinem langen Rock. Beides sieht zum todlachen aus ;0)))
In der Blütezeit d.h. im 15. und 16. Jahrhundert als die Gemeinschaft auf den Felsen ihren Höhenpunkt erreicht war Megalo Meteoro ein riesiges, autarkes Dorf über den Wolken. Bereit im Jahr 1572 besaß der Komplex ein eigenes Krankenhaus und ein Altersheim für die alten Brüder. Heute leben noch etwa 3-5 Mönche fest im großen Kloster.
Unser erster Weg führt uns in den Cellar den Wein- und Vorratskeller...
Der Weinkeller beherbergt ein historisches 12.000 Liter fassendes Weinfass aus dem 16. Jahrhundert. Der Keller wurde auch für die lebenswichtigen Vorräte genutzt, ebenso für frisches Wasser das oft knapp oder abgestanden war.
Die historische Küche ist erhalten wie sie vor Zeiten von den Mönchen genutzt wurde. Zu sehen ist der alte Backofen, eine zentrale Feuerstelle und Kochutensilien wie sie in der damaligen Küche zu finden waren.
Eines ist klar, Bettelmönche waren die Brüder nicht denn in der Blütezeit von Meteora erlangten die Klöster großen Reichtum und Macht. Allerdings nicht durch Handelsgewinne sondern wegen umfangreicher Privilegien, Ländereien und Schätze die sie durch Mäzenen erhielten.
Auch hier darf die Kirche nicht gefilmt oder fotografiert werden, aber von außen durch das Fliegengitter ist dieses Bild entstanden.
Es zeigt ein wenig von der Pracht der Wandgemälde und den Buntglasfenstern und dem riesigen Leuchter der von der Decke tief in den Raum hängt. Wie schon erwähnt ist das Fotografieren verboten und deswegen kann ich euch nicht mehr Bilder zeigen. Zusammenfassend würde ich sagen, dass Meteora absolut empfehlenswert und super spannend ist. Schauts euch an, falls ihr in der Nähe seid.
Zurück an Bruno sind wir ein wenig perplex als wir einen Mann an unser Auto pinkeln sehen, aber die Dreistigkeit geht noch weiter. Für alle sichtbar sitzen wir vorn, Thomas hinter dem Lenkrad und ich auf dem Beifahrersitz, als eine Frau sich an Brunos Seite niederlässt um zu pinkeln. Im Rückspiegel gut sichtbar für uns und die Situation. Wir wissen ja dass unser Bruno Sicherheit ausstrahlt, aber das muss nu wirklich nicht sein :0(.
Unser Plätzchen für die Nacht finden wir bei Rymnio am Stausee. Auch diesen Platz haben wir über Park4Night gefunden und stehen völlig allein auf einem großen Gelände das nach Naherholungsgebiet ausschaut. Fienchen und Olli werden gelüftet, eine vorbeilaufende Schildkröte wird gefüttert (wir füttern alle Streuner ;0) ) , und für uns gibt es Kaffee nach dem Abenteuer Meteora.
Am Abend kommen noch zwei Fisch vorbei die mit ihrem Boot rauf auf den See fahren, und ein Schafhirte mit seiner Herde macht hier ebenfalls einen kurzen Stopp. Und wie es sich gehört hat es an diesem See jede Menge Steckmücken, und diese kleinen Biester erobern Bruno als Thomas das Fliegengitter aus dem Fenster nimmt. In kurzer Zeit haben wir gefühlt 1000 Mücken im Auto derer wir wegen der Katzen nicht mit einem Insektizid zu Leibe rücke können. Entsprechend verstochen beginnt der nächste Tag.
Unweit von Thesaloniki soll es ein Vogelschutzgebiet mit Beobachtungsturm geben , und mit etwas Glück kann man hier Flamingos sehen. Das ist doch was für uns , also los... Dort angekommen ist die Ernüchterung unermesslich. Alles ist schwer vernachlässigt, der Turm ist so marode und vereinzelt fehlen Stufen. Hier sollte man nicht hinauf gehen. Flamingos hat´s auch keine und überhaupt ist das nicht mein Tag, bei mir ist Depri-Stimmung angesagt. Trotzdem gehen wir ein wenig spazieren und dann kommt doch noch völlig unverhofft ein "Highlight". In einer verlassenen Hütte die wohl zu besseren Zeiten vom Vogelschutzverein genutzt wurde wohnt ein kleiner Steinkauz, der aus dem Fenster flieht als wir hereinkommen. Allerdings lässt er sich im Kamin nieder und wir können ihn fotografieren.
You made my Day... Auch der Sonnenuntergang lässt sich sehen und läutet eine kühle und regenreiche Nacht ein. Am nächsten Morgen wollen wir unser Glück eine Bucht weiter versuchen in der Hoffnung doch noch Flamingos zu sehen und fahren 30 Minuten weiter an den Salzwiesen entlang, jedoch ohne Erfolg. Das Wochenende verbringen wir an einem See in der Nähe von Peristera. Während wir mit den Katzen draußen alles anschauen, ein wenig auf der Bank am Seeufer sitzen, sammeln wir auch Müll ein. Am Abend kommen zwei aus dem Dorf um Ihre Modellschiffe und -Flugzeuge starten zu lassen. Thomas erfährt von den beiden dass es im See ordentlich Fisch haben soll, und versucht sein Glück (ohne Erfolg). Am Sonntag, wir sind wie immer am Arbeiten , hören wir die Rotoren eines Hubschraubers. Und tatsächlich ein Helikopter schwebt über dem See, lässt eine Art Rüssel runter um Wasser zu tanken. In kurzer Zeit ist sein Tank voll und der Pilot zieht nach oben und verschwindet hinter dem Berg. Kurze Zeit später kommt ein zweiter Heli und das ganze wiederholt sich. Wir sind am Überlegen ob irgendwo der Bald brennt, aber nachdem keiner mehr kommt war es wohl nur eine Übung.
So vergeht das Wochenende mit Blogschreiben und Videoschnitt, zwischendurch um die Beine zu vertreten besuchen wir die Frösche am Seeufer. Am Montag fahren wir die Mercedes Benz Werkstatt außerhalb von Thessaloniki an und lassen uns einen Termin geben, weil Bruno Probleme mit dem Vierkantschutzventil hat und die Bremsen neue Beläge bekommen sollen. Mit dem Junior-Chef einem sehr sympathischen jungen Mann, vereinbaren wir einen Termin eine Woche später. Nach einem kurzen Check vereinbaren wir mit dem Junior-Chef einen Termin (8Tage später), und er gibt uns Bescheid wenn die Ersatzteile da sind. Das ging alles unproblematisch von Statten und wir machen uns auf den Weg zum "Zampetas Camping Megastore". Wir brauchen einen neuen Wasserfilter den wir hier hoffentlich bekommen. Der Campingausstatter bietet auf zwei Etagen alles für das Camperherz nur eben keine Wasserfilter. Hier trotzdem mal die Adresse...
Unser Besuch war aber nicht vergebens, denn wir sind nun stolze Besitzer einer kleinen 30 l Gefrierbox von Brunner für 309€. Auf dem Parkplatz wird das Schätzchen ausgepackt und angeschlossen und anschließen bei Lidl mit Eis am Stiel gefüllt. Den Nachmittag wollen wir am Meer verbringen und fahren dafür nach Afytos von wo es nur 10 Minuten bis zum Strand sind. Allerdings sind alle Schattenplätze belegt, weswegen wir uns an eine Böschung stellen und später umparken.
Wir gehen schwimmen und schnorcheln und haben einen richtig schönen Nachmittag. Die Nacht ist tropisch heiß und lässt keinen von uns richtig durchschlafen, aber dafür sind wir im herrlichen Griechenland ;0)). Weiter geht´s zum Possidi Beach wo wir unter Kiefern einen schönen Schattenplatz finden. Direkt neben dem "University Camping" der allerdings einen verlassenen Eindruck macht stehen wir mit gefühlt 1000 anderen Sommerurlaubern. Inzwischen sind in Griechenland und dem gesamten Balkan Sommerferien und hier merken wir es das erste Mal ganz deutlich. Wir gehen am Leuchtturm vorbei zum Weststrand wo sehr viel weniger los ist. Leider hat es auch hier, wie schon am letzten Platz freilaufende Hunde und unsere Miezen sind gezwungen drinnen zu bleiben. Deswegen suchen wir einen neuen Stellplatz den wir in der Nähe von Paliouri direkt am Meer finden. Die Zufahrt ans Meer ist so wild und abenteuerlich dass wir uns sicher sind, hier keine Camper zu treffen...
Leider hat es auch hier, wie schon am letzten Platz freilaufende Hunde und unsere Miezen sind gezwungen drinnen zu bleiben. Deswegen suchen wir nach nur einer Nacht einen neuen Stellplatz, den wir in der Nähe von Paliouri direkt am Meer finden. Die Zufahrt ans Meer ist so wild und abenteuerlich dass wir uns sicher sind, hier keine Camper zu treffen...
Hier richten wir uns für die nächsten zwei Tage und Nächte ein. Fienchen erobert die Bucht für sich , ist aber nie weit weg von Bruno. Unser Olli, noch immer an der Leine findet es auch richtig toll hier. So verbringen wir die Tage, ich mit lesen was mir einen gehörigen Sonnenstich beschert, weil ich nicht mit dem Schatten gewandert bin, und Thomas ist viel im Wasser beim Schnorcheln . Die Aufnahmen mit der Action-Cam sind atemberaubend und kommen auch im Video sehr gut an. Wir lernen hier Alex kennen, ein griechischer Harpunenfischer und Taucher. Auch er betreibt einen YouTube Kanal und wer Lust hat kann bei #alex pomerantsev tolle Videos über das Harpunenfischen finden.
Am Morgen unserer Abreise erfüllt sich ein großer Traum von uns beiden. Beim Zähneputzen mit Blick aufs Meer entdecke ich Delfine. Thomas lässt sofort die Drohne Miss Froggy in die Luft und hält diesen schönen Moment fest.
Eine Gruppe von fünf Tieren, darunter ein Jungtier schwimmen gemütlich an uns vorbei. Was für ein Erlebnis.
Schnell ist unser Camp abgebaut und wir sind schon zum nächsten Highlight unterwegs. Wir wollen uns den Turtle-Lake oder auch Mavrobara See auf der Halbinsel Chalkidiki auf Kassandra anschauen. Mitten in einem Pinienwald etwa 3 Kilometer bergauf vom Küstenort Polychrono entfernt liegt der 2.200 Quadratmeter große See. Seit 1998 ist er ein geschütztes Naturdenkmal und Heimat der "Europäischen Sumpfschildkröte, der Kaspischen Bachschildkröte und der Griechischen Landschildkröte" . Ein kleines, wirklich kleines Schild weißt den Weg. Wir haben es natürlich übersehen und folgen der Google Route und somit ist auch schon alles gesagt. Statt der relativ guten Straße fahren wir wieder "Adventure Road", kommen aber auch (leicht genervt) an.
Von zahlreichen Rezessionen weiß ich dass die Schildkröten sich über Obst und Gemüse freuen... Und ich erst das ich die Viecherl füttern kann. Aprikose ist der Renner aber auch Gurke und Apfel sind okay. Nachdem alle oder zumindest ein kleiner Teil etwas bekommen hat beschließen wir den Nachmittag am Meer zu verbringen um uns abzukühlen. Bei Epanomi liegt das gleichnamige Schiffswrack im seichten Wasser am Strand. Während der griechischen Militärdiktatur war das Arbeitsschiff mit der Durchführung von Erdarbeiten beauftragt, um das dortige, artenreiche Feuchtgebiet aufzuschütten und in landwirtschaftliche Nutzfläche umzuwandeln. Im Winter 1970 geriet das Schiff bei schlechtem Wetter in Seenot und lief auf eine Sandbank auf, wo sie bis heute liegt.
Wie zu erwarten war ist es sehr voll, und am Strand reiht sich ein Sonnenschirm an den anderen. Auf dem Schiffswrack wird herumgeturnt als ob es ein sicherer Abenteuerspielplatz wäre. Wir nutzen die Gelegenheit und hüpfen kurz ins Wasser, lernen noch ein Pärchen aus Österreich kennen, und tauschen uns aus über das Reisen und leben im Auto. Wir erfahren dass das Übernachten hier nicht gestattet ist und beschließen weiter zu fahren.
Nur wenige Fahrminuten weiter kommen wir am verlassenen Campingplatz vom Epanomi an , und finden auch einen Platz direkt am Strand. Hier können wir ein erleben wie ein heftiges Gewitter am gegenüberliegenden Ufer wütet. Ein Blitz nach dem anderen fährt vom Himmel auf die Erde und bietet uns ein gewaltiges Kino. Am Sonntag fahren wir einen Platz an der in der Nähe der Autowerkstatt ist, weil wir am kommenden Montag den Termin haben. Oberhalb von Thessaloniki stehen wir in einem Gebiet das wohl mal als Wohngebiet geplant war. Straßen und Straßenlampen wurden gebaut, bzw aufgestellt aber mehr als drei Häuser stehen hier nicht. Das ganze ist inzwischen auch arg in Mitleidenschaft gezogen, so fehlen z.B. die Gullideckel auf den Straßen und aus den Lampen wurden sämtliche Kabel herausgerissen. Seltsam , aber für uns genial. Mit einem traumhaften Blick über die Stadt, den Hafen und aufs Meer verbringen wir hier den Rest des Tages und können am nächsten Tag in kurzer Zeit unseren Termin wahrnehmen.
Eigentlich ist die Geschichte mit der Werkstatt schnell erzählt, obwohl es viel Zeit gekostet hat. Aber von Anfang an...
Zuerst wurde Bruno hochgebockt und die Vorderräder abmontiert. Aus Sicherheitsgründen sind an den Hinterreifen Keile unterlegt. Die Bremsen wurden gecheckt, gereinigt und neu eingestellt damit diese sich gleichmäßig abfahren. Ein Bremswechsel war noch nicht notwendig. Das Vierkreisschutzventil wurde erneuert und eigentlich hätte dass das Ende sein können. Aber... Thomas bekommt das OK vom Chef aus der Halle rauszufahren, macht das auch, nur leider wurde der Keil auf der linken Seite nicht entfernt und hat uns den Reifen kaputt gemacht.
Aber auch das wurde schnell gelöst. Der Juniorchef hat bei einem Reifenhändler neue Reifen für uns organisiert und bis diese geliefert werden stehen wir im Hinterhof der Werkstatt wo wir die Nacht verbringen dürfen. Man merkt deutlich wie unangenehm dem Juniorchef der Fehler ist. Wir werden mit Strom und Wasser versorgt, und immer wieder kommt die Frage ob wir Kaffee trinken wollen oder zum Feierabend ein Bier mit den Jungs. Am nächsten Tag können wir um die Mittagszeit zu dem Reifenhändler fahren und die neuen Reifen montieren lassen. Zu einem unschlagbaren günstigen Preis haben wir nun sechs neue Reifen plus Montage bekommen. Allerdings ist es schon so spät, dass wir uns dazu entschließen wieder in das verlassene Wohngebiet zu fahren. Ende gut, Alles gut. ;0))
Nach diesem Werkstatt-Marathon erholen wir uns am Volvi-See wo wir Pelikane beobachten können und Thomas sich in die warmen Fluten stürzt.
Hier lesen wir bei unseren Recherchen für die Türkei dass die Katzen ein Gesundheitszeugnis brauchen welches vom Amtstierarzt bestätigt sein muss und auch nicht älter als fünf Tage sein darf. Und wie soll´s auch anders sein, der Amtstierarzt ist mitten drin in Thessaloniki. Also fahren wir nach einer stillen, ruhigen Nacht wieder in die Großstadt . Weil wir keinen geeigneten Parkplatz finden bleibt Thomas im Auto, und ich versuche mein Glück beim Amtstierarzt. Ich habe wirklich großes Glück an zwei sehr freundliche und motivierte Damen geraten zu sein die mir gerne weiter helfen. Normalerweise lässt man beim Haustierarzt oder einem Tierarzt die Reisetauglichkeit bestätigen. Natürlich müssen die Tiere gechipt und geimpft sein und einen Tollwuttiter haben. Dann muss der Tierarzt die Fellnasen noch gegen äußere und innere Parasiten schützen, das ganze im Ausweis festhalten und die Ergebnisse per Email an den Amtstierarzt mailen.
Für uns haben die Damen einen Tierarzt gesucht der auch über Parkflächen für LKW´s verfügt, und direkt einen Termin für den Nachmittag vereinbart. Auch wurde der Tierarzt informiert welche Daten er an die Damen zurück mailen muss. Nach zwei Stunden haben ich das Gesundheitszeugnis für die Miezen bekommen und wir können den Tierarzt anfahren. Hier werden die zwei untersucht und bekommen das Parasitenmittel . Als das alles endlich erledigt ist, fahren wir um der Hitze ein wenig zu entkommen einen Parkplatz im Klettergebiet der Red Rocks an. Allerdings ist dieser Platz so verschmutzt mit Kondomen und Feuchttüchern das es keine Freude macht. Obwohl die Aussicht sehr schön ist, möchte ich den Platz nicht empfehlen. Dafür aber unser nächstes Ziel den einzigen FKK Strand den wir in Griechenland gefunden haben. In Kavala am Strand von Paralia Kolimvisis ist das Nacktbaden und -sonnen erlaubt. Hier machen wir es uns nochmal so richtig gemütlich und auch die Katzen können hier lüften.
Der Grenzübergang in die Türkei den wir mit Absicht auf den Abend legen, verläuft dann doch anders als erwartet. Schon lange vor der Grenze bildet sich eine riesige Stauschlange, während die LKW´s auf der rechten Seiten an uns vorbei donnern. Um 20.00 Uhr sind wir noch zwei Kilometer von der griechischen Grenze entfernt. Um 01.00 Uhr stehen wir an der griechischen Grenze vor einem Schild das LKW´s , Reisebusse und Wohnmobile von den PKW´s trennt. Das heißt, wir hätten Stunden eingespart wenn wir gewusst hätten das wir die LKW-Spur benutzen dürfen. Die Ausreise aus Griechenland verläuft reibungslos. Die Einreise in die Türkei ist ein Kapitel für sich... Wir müssen mit Bruno durch den Scanner, doch leider ist der X-Ray auf der Seite der Einreisenden kaputt, weswegen wir auf die Seite der Ausreisenden geschleust werden. Auf den Aufnahmen werden unsere Kokosfaserblöcke sichtbar und für Marihuana gehalten. Also mit zwei Beamten auf´s Dach gestiegen die Blöcke ausgepackt und für harmlos befunden. Zurück auf die Seite der Einreisenden gebracht fehlt der Reisepass von Thomas. Ein Beamter holt diesen bei den Kollegen vom X-Ray ab und wir können weiter. Das wir Katzen dabei haben interessiert keinen, auch die mühsam erstandenen Papiere will keiner sehen. Dafür sind die Grenzer irgendwie genervt und unfreundlich. Irgendwann haben wir die türkische Grenze hinter uns gebracht und einen Platz für die Nacht direkt hinter der Grenze gefunden. Inzwischen ist es 03.00 in der Frühe und wir sind hundemüde und total erschlagen.
Merhaba Türkei
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