Nach einem für uns langen Aufenthalt zu Hause, geht es nach drei Wochen wieder los. Unser Plan ist über den Fernpass nach Italien zu fahren. Die erste Nacht verbringen wir noch in Pfronten, auf einem Wohnmobilstellplatz den wir schon häufig genutzt haben...
Schließlich haben wir unweit vom Allgäu gewohnt ;0))
Der Fernpass verläuft in Tirol, und verbindet das Außenfern bei Reute/Bieberwier mit dem Inntal bei Nassereith, und ist die direkte Verbindung zwischen der deutschen Grenze bei Füssen und Innsbruck.
Unser erster Halt in Bella Italia ist Altgraun am Reschensee. Hier bewundern wir eines der am häufigsten fotografierte Wahrzeichen Südtirols, den Kirchturm von Altgraun der mitten im Reschensee steht.
Der Turm ist Zeuge einer radikalen Landschaftsveränderung nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Reschensee und der Graunersee zusammengeschlossen, und zur Stromgewinnung aufgestaut wurden. Das Dorf Graun und große Teile von Reschen mussten weichen, insgesamt 163 Häuser wurden gesprengt und 523 Hektar fruchtbares Land wurde überflutet. Allein der Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert durfte aufgrund seines historischen Wertes nicht zerstört werden. Er steht heute unter Denkmalschutz.
Die Fahrt durch Tirol ist, man kann es nicht anders sagen, wunderschön und abwechslungsreich. Jedoch merken wir sehr schnell, dass die Verordnungen was das Übernachten im Wohnmobil betrifft sehr streng geworden sind. Plätze die auf Park4Night eingetragen sind zieren nun Verbotsschilder, die das Übernachten verbieten. Nach dem vierten für uns nicht erlaubten Platz, landen wir schließlich auf einem Parkplatz direkt an der Hauptstraße, und der Shuttlebus - Haltestelle von Reinhold Messners Schloss. Hier verbringen wir die Nacht und fahren am nächsten Morgen weiter nach Trient.
Trient
Trient liegt wunderschön eingebettet in den Alpen im Etschtal und ist das Tor zu den Dolomiten. Wir finden einen Parkplatz auf dem das Übernachten für eine Gebühr von 3 Euro erlaubt ist, und machen uns auf um diese geschichtsträchtige Stadt zu erkunden.
Das Konzil von Trient 1545 - 1563 war die Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation Martin Luther. Es war eines der wichtigsten Ereignisse der Kirchengeschichte und markiert den Beginn der sogenannten Gegenreformation.
Die Kirche legte unmissverständlich fest, was katholisch ist um sich klar vom Protestantismus zu unterscheiden.
Der berüchtigte Ablasshandel wurde reformiert, und es wurden strenge Regeln für die Ausbildung und Lebensführung von Priestern und Bischöfen eingeführt.
Um die Gläubigen zu beeindrucken und den "wahren Glauben" prunkvoll zu zeigen, förderte das Konzil indirekt den Barock in Kunst und Architektur.
Der Dom von Trient oder auch Cattedrale di San Vigilio wurde im 13. Jahrhundert erbaut, und liegt direkt am Hauptplatz der Stadt, der Piazza Duomo.
Der Neptunbrunnen liegt fast mittig auf dem Piazza und trägt folgende Inschrift...
Magnificum hunc fontem cum aquarum perpetuo cursu, de Sperantibus omnibus, Franciscus Antonius Jongo tridentinus fecit.
... Dieser prächtige Brunnen mit seinem unaufhörlichen Wasserfluss wurde von Franz Anthony Jongo aus Trient für all jene erbaut, die hoffen.
Die mit Fresken bemalte Fassaden flankieren die Straßen im historischen Zentrum.
Goethe nannte Trient einst "Bemalte Stadt", denn die Adeligen und der Fürstbischof Bernhard von Cles schmückten ihre Stadt für die Kardinäle des Konzils.
Bis heute sind ein Dutzend bemalte Fassaden erhalten, und wurden seit den 1980 Jahren restauriert.
Der Palazzo Pretorio mit seinem Zinnenbewehrten Aufbau, sowie den typischen Fensterbögen stammt aus dem 13. Jahrhundert und diente als Residenz der Fürstbischhöfe.
Die Renaissancekirche Santa Maria Maggiore beherbergt Gemälde aus dem 16. und 17. Jahrhundert und ist absolut sehenswert.
Nach diesem gelungenen Einstieg in unser Italienabenteuer fahren wir weiter nach Peschiera del Garda, am Gardasee.
Ein sehr großer Parkplatz an den Bahngleisen den wir über P4N gefunden haben, wird unser Nachtquartier. In den Rezessionen haben wir gelesen, dass auf diesem Parkplatz schon mehrfach Autos aufgebrochen wurden, jedoch finden wir weder Scherben auf dem Boden noch sonstige Anzeichen von Vandalismus.
Peschiera del Gard ist eine malerische Stadt am südlichen Ufer des Gardasees. Die Stadt besitzt eine durchaus charmante Altstadt , die von einer historischen Stadtmauer umgeben ist.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Gassen und Gässchen , genießen wir die Sonne am Strand von Peschiera bevor wir zurückgehen, und eine ruhige Nacht auf dem Platz verbringen.
Durch die schöne Landschaft Venetos fahren wir bis nach Verona, wo wir auf einem Wohnmobilstellplatz Halt machen. Für 10 Euro dürfen wir eine Nacht, oder besser 24 Stunden stehen.
Verona
Verona , die Stadt der Liebe... eine der geschichtsträchtigsten und romantischsten Städte Italiens. Weltweit bekannt durch Shakespeares "Romeo und Julia", die Geschichte zweier jungen Liebenden, die verfeindeten Familien angehören, und unter tragischen Umständen durch Selbstmord zu Tode kommen.
Shakespeares selbst war nie in Verona, ist niemals durch die engen Gassen geschlendert, und hat uns trotzdem die schönste aller Liebesgeschichten geschenkt...
Die berühmte Balkonszene ist ein leidenschaftliches Bekenntnis, in dem Julia, ohne von Romeos Anwesenheit zu wissen, ihre Liebe gesteht.
Julia Oh Romeo, Romeo... Warum bist du Romeo? ... Verleugne deinen Vater und entsage deinem Namen ... oder wenn du das nicht willst, so schwöre mir nur ewige Liebe und ich will keine Capulet mehr sein.
Romeo leise, soll ich länger zuhören, oder auf dieses antworten?
Julia Nicht du, bloß dein Name ist mein Feind; du würdest du selbst sein, wenn du gleich kein Montague wärest... Was ist Montague? ... Es ist weder Hand noch Fuß, weder Arm noch Gesicht, noch irgend ein anderer Teil. Was ist ein Name; Das Ding das wir eine Rose nennen, würde unter jedem anderen Namen ebenso lieblich riechen. Ebenso würde Romeo, wenn er schon nicht Romeo genannt würde, diese ganze reizende Vollkommenheit behalten, die ihm unabhängig von diesem Namen eigen ist... Romeo, gib deinen Namen weg, und für diesen Namen, der kein Teil von dir ist, nimm mein ganzes ich.
Shakespeares selbst war nie in Verona, ist niemals durch die engen Gassen geschlendert, und hat uns trotzdem die schönste aller Liebesgeschichten geschenkt...
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Doch zurück zum Anfang...
Das Castelvecchio ist ein befestigtes Schloss, welches von Cangrande II. della Scala als Festung und Zufluchtsort zwischen 1354 und 1357 erbaut wurde. . Als Fluchtweg wurde 1355 die Scaligerbrücke über die Etsch erbaut, die ursprünglich nur von der Burg aus erreichbar war und deren Begehung allein den Burginsassen vorbehalten war. Heute beherbergt es Museum mit Schwerpunkt auf die Kunst der Renaissance.
Die Arena di Verona war Schauplatz der Olympischen Winterspiele 2026, hier fand die Abschlussfeier statt, und die Eröffnung der Paralympics.
Leider waren die Aufräumarbeiten noch nicht beendet , und ein Besuch somit nicht möglich. Aber Wissenswertes gibt es trotzdem...
Die Arena wurde um 30.n.Chr. erbaut und war ursprünglich für Gladiatorenkämpfe vorgesehen. Nach einem Erdbeben im Jahr 1117 ist heute nur noch ein Teil des Außenrings erhalten, ist aber das drittgrößte Amphitheater der Welt. In den Sommermonaten kann man die Opernfestspiele miterleben. Also Opernfans auf nach Verona.
Der Brunnen " Madonna Verona " auf der Piazza delle Erbe im Herzen der Altstadt ist gesäumt von historischen Gebäuden wie dem Palazzo Maffei und dem Torre dei Lamberti.
Der hier täglich stattfindende Markt hält nicht nur Obst und Gemüse bereit, zahlreiche Händler bieten Souvenirs an.
Die Basilika Sant Anastasia ist nicht nur die größte Kirche der Stadt, sondern auch ein Beispiel der italienischen Backsteingotik.
Beim Betreten der Kirche wird man von der Weite des dreischiffigen Raums überrascht. Die Decken sind mit filigranen Blumenmotiven und Fresken bemalt, die uns schlichtweg überwältigen. Am besten nimmt man auf einer der Bänke Platz. legt den Kopf in den Nacken bewundert alles in Ruhe.
Direkt am Eingang stehen die Weihwasserbecken die von zwei Skulpturen " I Gobbi " die Buckligen getragen werden. Man sagt, dass das Berühren der Buckel Glück bringen soll. ;0))
Die beste Aussicht über Verona hat man vom Castel San Piedro aus das man über einen Treppenaufgang erreichen kann. Zwischen den Häusern, durch die Gässchen kommt man steil nach oben. Man sollte allerdings gut zu Fuß sein, denn es gilt einige Treppen zu erklimmen.
Von Verona aus führt uns unser Weg mit einem Zwischenstopp nach Fusina. Wir müssen mit unserem alten Bruno die Luftreinhaltungsgebote beachten und dürfen einmal mehr nicht einfach fahren wie es uns gefällt. Der Campingplatz in Fusina ist ohne diese Zonen zu queren für uns erreichbar, und somit die Gelegenheit Venedig besuchen zu können. Also checken wir ein, kaufen direkt an der Rezeption Tickets für die Fähre, und sind auch schon kurze Zeit später auf dieser.
Venedig ist zweifellos einer der außergewöhnlichsten Orten der Welt, denn die Stadt wurde buchstäblich auf dem Wasser erbaut. Millionen von Eichen- und Lärchenholzpfählen, die tief in den schlammigen Untergrund der Lagune gerammt wurden, tragen seit über 1000 Jahren die gewaltigen Paläste der Stadt. Auch ist Venedig die weltweit einzige größere Stadt, die komplett autofrei ist. Das Straßennetzt besteht aus über 150 Kanälen, die durch mehr als 400 Brücken verbunden sind.
Vom bekanntesten Platz in Venedig, dem "Markusplatz" startet man am Besten seinen Rundgang . Hier findet man die Basilica di San Marco, den Markusdom mit seinen prachtvollen Kuppeln und den kunstvoll verzierten Fassaden.
Der Markusturm oder auch Campanile di San Marco, ist das höchste Bauwerk und der freistehende Glockenturm des Markusdoms. Die Venezianer nennen ihn liebevoll " El paron de casa", der Herr des Hauses.
1902 stürzte der Turm aufgrund struktureller Schwächen ein, und erstaunlicherweise kam einzig die Katze des Hausmeisters ums Leben.
Getreu dem Motto ... wie er war, wo er war, wurde der Turm originalgetreu rekonstruiert.
Der Dogenpalast ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Lagunenstadt und war über Jahrhunderte das Machtzentrum der Republik Venedig.
Die Seufzerbrücke verbindet den Dogenpalast mit dem neuen Gefängnis.
Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Brücke 1603 fertiggestellt , und die ersten von venezianischen Gerichten Verurteilte gingen über die Brücke um ihre Haft anzutreten oder zu ihrer Hinrichtung .
Erst im Zeitalter der Romantik erhielt die Brücke ihren Namen, in der Vorstellung, dass die Gefangenen auf ihrem Weg ins Gefängnis von hier aus zum letzten Mal mit einem Seufzen einen Blick in die Freiheit der Lagune werfen konnten.
Nach einigem suchen , haben wir den Palazzo Contarini del Bovolo gefunden. Noch ist es ein kleiner Geheimtipp fern der Touristenrouten.
Die Contarini waren eine der zwölf vornehmsten Familien in Venedig, wohl auch eine der Reichsten.
Im Jahr 1499 beschloss der damalige Hausherr Pietro Contarini, im Innenhof seines Palastes sich eine Wendeltreppe in neuen Stil der Renaissance errichten zu lassen.
Heute können Besucher die 80 Stufen über sechs Stockwerke bis zu einer Aussichtplattform hinaufsteigen und den Blick über die Dächer von Venedig genießen.
Das Wort Bovolo leitet sich vom venezianischen Wort für Schnecke ab, und war eindeutig Inspiration für den Architekten und Baumeister Giovanni Candi.
Und immer wieder überqueren wir Brücken und kleine Kanäle, und jedes Mal ergibt sich ein neues Fotomotiv .
Die Rialtobrücke ist die berühmteste und bekannteste Brücke von Venedig . Nach den Plänen des Architekten Antonio da Ponte im den Jahren von 1588 - 1591 erbaut, ist die 48 Meter lange und 22 Meter breite Brücke ein echter Touristen-Magnet. Hat man das Glück einen Platz am steinernen Geländer zu ergattern, kann man das typische Postkartenbild mit Blick auf den Canale Grande aufnehmen.
Venedig ist ja völlig autofrei, das heißt alles wird über das Wasser oder zu Fuß erledigt. Die Müllabfuhr kommt per Boot, und sammelt die Säcke an den Ufern auf. Der Krankenwagen ist ein schnelles Motorboot mit Blaulicht, und der Postbote zieht seinen Wagen über hunderte von Brücken. So schön Venedig auch ist mit seinem einzigartigen Flair, dürfen wir nicht vergessen das "WIR" Teil des Problems sind. "Overtourism" macht den Venezianern das Leben schwer. Natürlich kann man sagen dass sie vom Tourismus leben und man schließlich Eintritt bezahlt ... Aber auf 49.000 Einwohner kommen täglich mehr als 10.000 Touristen was zur Folge hat, dass es kaum noch Läden für den täglichen Bedarf gibt dafür aber Souvenirshops und überteuerte Restaurants soweit das Auge reicht. Bezahlbarer Wohnraum ist dank Airbnb und Co. praktisch nicht mehr vorhanden.
Ich würde für uns alle eine praktikable Lösung wünschen, mit der alle leben können.
Aber dies nur am Rande erwähnt.
Die Basilica Santa Maria della Salute wurde im 17. Jahrhundert als Dank für das Ende einer verheerenden Pestepedemie erbaut.
Ziemlich kaputt mit qualmenden Socken nehmen wir die Fähre zurück zum Campingplatz, und brauchen den Rest des Tages um all die vielen Eindrücke zu verarbeiten.
Der Platz ist mit allem ausgestattet was ein Campingplatz so haben sollte, Duschen und WC´s sind ordentlich und sauber, und das Wichtigste , es gibt heißes Wasser zum Duschen ;0)))
Waschmaschinen und Trockner kann für kleines Geld ebenfalls in Anspruch genommen werden.
Was uns besonders gut gefallen hat, war der Blick vom Bett aus auf den Schiffsverkehr.
Guten Gewissens können wir den Campingplatz in Fusina empfehlen, für uns geht es jedoch weiter nach Santa Maria in Punta.
Hier verbringen wir wieder eine Nacht auf dem von der Gemeinde zu Verfügung gestellten Wohnmobilstellplatz, und genießen die Ruhe dieses kleinen Ortes.
Das Wochenende wollen wir an der Küste verbringen und finden beim Area Camper Lido Degli Estensi einen Platz.
Auf diesem Stellplatz verbringen wir mit vielen anderen Campern das Wochenende. Der Strand wird gerade aus dem Winterschlaf erweckt, was soviel heißt wie, dass er für die kommende Saison fertig gemacht wird.
Ich habe in diesen Tagen einmal mehr mit meinem Rücken zu kämpfen und komme nur mit Schmerzmitteln durch den Tag. Umso erfreulicher war unsere Begegnung mit der Fahrschule der Feuerwehr .
Die Jungs von der Feuerwehr haben uns bei ihrer Tour entdeckt, und direkt angehalten für einen kleinen Plausch. Voller Stolz haben sie uns das Innenleben ihres Fahrzeuges gezeigt, und waren total begeistert von unserem Bruno. Nachdem dann auch die Fotos im Kasten waren sind wir sehr herzlich auseinander gegangen. Das war ein richtig schönes Erlebnis.
Die neue Woche starten wir mit dem Ziel Ravenna , immer mit Bedacht auf die Luftreinhaltungszonen. Bei einem Zwischenstopp werden die Katzen nochmal gelüftet und die Zeit ausgesessen bis wir um 18.30 Uhr nach Ravenna einfahren dürfen. Tagsüber ist es uns ohne Abgas Euronorm nicht erlaubt, dafür am Abend bis Morgens um 6.30 Uhr.
Der Stellplatz in Ravenna ist kostenlos und nach einem kleinen Spaziergang ist man schon mittendrin.
Nördlich des Zentrums befindet sich das Mausoleum des Theoderich, das im 6. Jahrhundert für König Theoderich den Großen gebaut wurde; es ist ein gotisches, kreisförmiges Steingrab mit einer monolithischen Kuppel.
Die bedeutendste historische Festungsanlage der Stadt ist die Rocca Brancaleone. Im 15. Jahrhundert von den Venezianern erbaut, ist es heute ein beliebter Ort für Einheimische und Touristen. Die Anlage besteht aus der Festung ( Rocca ), und der weitläufigen Zitadelle, die heute als öffentlicher Park dient.
In den Sommermonaten wird die Festung oft als Open-Air-Kino und für Konzerte genutzt.
Die Kirche Santa Maria Maggiore die der Jungfrau Maria geweiht ist, wurde im Jahr 526 auf Geheiß des Bischofs von Ravenna "Ecclesio" in Auftrag gegeben und nur sieben Jahre später beendet. Ecclesio weihte die Kirche noch vor seinem Tod im Jahr 532 ein.
Im Jahr 1671 wurde das Gebäude das im frühchristlichen Stil erbaut wurde vom Architekten Pietro Grossi stark verändert, und zu einer Basilika mit drei Schiffen und zwei Reihen von Rundbögen umgebaut.
Recht von der Kirche steht der runde Glockenturm aus dem 9. Jahrhundert. Im Inneren des Turms hängen drei kleine Glocken an einem hölzernen Fachwerk.
Für uns geht es weiter zum Grabmal des großen " Dante Alighieri".
Dante Alighieri, oder " Il Sommo Poeta " den höchsten Dichter wie er von den Italienern gerne genannt wird , war nicht nur Dichter und Politiker, sondern auch Architekt der italienischen Sprache. Diese Benennung rührt daher dass Dante seine Göttliche Komödie nicht auf Latein ,der Sprache der Gelehrten schrieb, sondern im toskanischen Dialekt. Damit bewies er , dass die Volkssprache für höchste literarische Kunst geeignet ist, und legte den Grundstein für das moderne italienisch.
In Dantes Göttlicher Komödie beschreibt er eine visionäre Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt.
Dante Alighieri schrieb die Göttliche Komödie (begonnen ca. 1306, vollendet 1321) primär, um die Menschheit aus ihrem Zustand des Elends und der Sünde zu führen und sie zum geistigen Glück sowie zu Gott zu leiten. Das Werk diente ihm zudem als Mittel zur persönlichen Verarbeitung seines Exils aus Florenz und ermöglichte ihm eine scharfe politische sowie moralische Kritik an den gesellschaftlichen Missständen seiner Zeit.
Sein Grabmal, ein kleines Tempelchen steht an der Außenmauer des Kreuzgangs der ehemaligen Klosterkirche San Francesco.
Im Inneren steht ein Sarkophag mit den Gebeinen des Dichters.
Unter dem Altarraum befindet sich eine Krypta aus dem 9.-10. Jahrhundert, die permanent unter Wasser steht. Durch das klare Grundwasser sind die Mosaikböden aus dem 5. Jahrhundert sichtbar.
Die Basilika San Francesco ist vor allem für ihre geflutete Krypta bekannt, in der Goldfische über antiken Mosaiken schwimmen. Auch hat die Kirche eine tiefe Verbindung zu Dante, dessen Beisetzung hier stattfand.
Für nur einen Euro geht das Licht an, und man kann die Mosaike und die Goldfische betrachten. ;0)
Wir gehen zurück zur Basilika San Vitale, und nachdem sich die Menschenmassen aufgelöst haben, beschließen wir die Kirche nun doch zu besichtigen.
Die Basilika San Vitale ist eines der bedeutendsten Bauwerke der spätantiken und byzantinischen Kunst weltweit. Sie beeindruckt nicht nur durch ihre Architektur sondern auch durch die Mosaike die seit über 1400 Jahren fast unversehrt geblieben sind.
Die Mosaike im Inneren gelten als Meisterwerke der Menschheit.
In der Apsiskalotte thront Christus auf einer blauen Weltkugel , umgeben von Engeln sowie dem heiligen Vitalis und dem Bischof Ecclesius der ein Model der Kirche hält.
An den Seitenwänden findet man Darstellungen aus dem Alten Testament.
Durch die Verwendung der vielen tausend Goldplättchen wirkt die Kirche je nach Lichteinfall als ob sie glühen würde... sehr mystisch und wunderschön.
Ein wenig erschlagen von so vielen Eindrücken kommen wir am späten Nachmittag wieder bei Bruno an, überbrücken die Zeit bis wir wieder weiterfahren dürfen mit Kaffee trinken und Katzenschmusen.
Und dann geht´s los nach Imola...
Die Geschichte der Rennstrecke in Imola
Der Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari, allgemein bekannt als Imola, ist eine der legendärsten und historischsten Rennstrecken der Formel 1.
Die Strecke liegt in der Stadt Imola und ist nach Enzo Ferrari, dem Gründer der Scuderia Ferrari und seinem Sohn Dino benannt. Im Gegensatz zu vielen anderen F1- Rennstrecken wird in Imola entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren, was mit seinen schnellen Kurven, blinden Scheitelpunkten und gnadenlosen Auslaufzonen eine besondere Herausforderung darstellt.
Die Strecke wurde 1953 eingeweiht, aber erst 1979 fand hier ein Formel-1-Rennen außerhalb der Weltmeisterschaft statt. Nur ein Jahr später, 1980, gab Imola sein Debüt in der Weltmeisterschaft als Austragungsort des Großen Preises von Italien und ersetzte Monza nur für dieses Jahr. Von 1981 bis 2006 war Imola stolzer Austragungsort des Großen Preises von San Marino, der nach der nahe gelegenen Republik San Marino benannt wurde, um ihn vom Großen Preis von Italien in Monza zu unterscheiden.
Imola war Schauplatz einiger der dramatischsten und emotionalsten Momente der Formel 1, insbesondere während des tragischen Wochenendes des Grand Prix von San Marino 1994, bei dem Roland Ratzenberger und Ayrton Senna ums Leben kamen und der einen dunklen Wendepunkt in der Geschichte des Motorsports markierte. Als Reaktion darauf wurde die Strecke umfassend umgebaut, um die Sicherheit zu verbessern. Schnelle Kurven wie Tamburello und Villeneuve wurden durch Schikanen ersetzt.
Nach 14 Jahren Pause kehrte Imola 2020 inmitten der COVID-19-Pandemie unter dem Namen Emilia Romagna Grand Prix feierlich in den Formel-1-Kalender zurück. Sein anspruchsvolles Layout, seine reiche Geschichte und seine leidenschaftlichen italienischen Fans haben seitdem seinen Platz als beliebter Austragungsort für Fans erneut gefestigt.
Wir übernachten auf dem hinteren Parkplatz und können am Morgen direkt beim Training dabei sein.
Manchmal muss man einfach Glück haben, und von unserer Dachterrasse aus haben wir auch noch den besten Blick auf das Geschehen.
Erstaunlicher Weise haben unsere Katzen kein Problem mit den Motorengeräuschen, beide liegen in ihren Körbchen und schlafen friedlich.
Nachdem wir genug geguckt, fotografiert und gefilmt haben, machen wir uns bei herrlichem Wetter auf zum nächsten Stellplatz.
Laut Wetterbericht soll der Winter nochmal zurückkommen und tatsächlich holt uns dieser bei Castrocaro Terme e Terra del Sole ein.
Auf dem Gemeindestellplatz der auch zuhause von einigen Italienern ist, die hier in ihrem Wohnmobilen leben, finden wir einen Platz an dem wir diese Episode aussitzen können.
Nach einer ruhigen Nacht, bringt der Morgen Eis und Schnee. Also machen wir das Best daraus und legen einen verfrühten Arbeitstag ein. So ist die Zeit nicht völlig vertan, und ich hab es ja auch sehr gemütlich im Bett zum Blog schreiben. Am nächsten Tag können wir weiter und finden in Veruccio einen weiteren Gemeindestellplatz. Über den Abstecher an die Küste in Bellaria Igea Marina will ich nicht berichten, weil es uns dort überhaupt nicht gefallen hat.
In Veruccio kommen wir am Nachmittag an, und sind begeistert von der Sicht die wir vom Stellplatz aus haben.
Der Ort liegt auf einem Hügel westlich von Rimini (16 km) und grenzt an die Republik San Marino (10 km) an.
Bei einem Spaziergang durch den Ort, fühlen wir uns als ob die Zeit hier stehen geblieben wäre. Enge Gassen und Gässchen mit Kopfstein gepflasterte Straßen und Treppen begeistern uns restlos. Auch der Besuch der Burg oder besser Rocca Malatesestiana hat uns vollkommen überzeugt. Schön ist, dass man von den Kellergewölben bis hoch zur Dachterrasse alles besichtigen kann.
Die Festung ist eine der am besten erhaltenen der Region, und thront auf dem höchsten Punkt des Felsens auf dem die Stadt liegt.
Veruccio war der Stammsitz der mächtigen Adelsfamilie Malatesta.
Natürlich sind wir auch den kurzen Fußweg zur Kirche gegangen, die im historischen Zentrum von Verucchio liegt. Die chiesa del colegata martino e san francesco wurde 1863 errichtet und beherbergt wertvolle Stücke wie das Kruzifix des "Maestro di Verucchio" sowie das Kruzifix von Nicola del Paradiso.
Von Verucchio aus geht es für uns weiter in das nahe gelegene San Marino das nur 21km entfernt ist.
In San Marino stehen wir für zwei Nächte auf einem Stellplatz der kostenfrei zur Verfügung steht.
Übrigens...
San Marino ist mit 61 km² der fünftkleinste Staat der Welt und thront auf dem imposanten Berg Monte Titano. Einer Legende nach wurde San Marino im Jahr 301 n. Chr. vom heiligen Marinus gegründet, einem Steinmetz der vor der Christenverfolgung floh. Der berühmte letzte Satz des Gründers lautete; " Ich lasse euch frei von beiden Menschen" ; gemeint waren der Kaiser und der Papst.
Mit der Seilbahn geht es hoch zum Monte Titano und direkt hinein in die Basilika di San Marino.
Der Eingangsbereich besteht aus acht Säulen und darüber eine lateinische Inschrift welche den Heiligen Marinus als Bringer der Freiheit ehrt.
Im Inneren befindet sich unter dem Hauptaltar eine Urne mit den Gebeinen des Heiligen Marinus, und ein silberner Schrein mit dem heiligen Schädel wir rechts des Altars bewahrt.
Die herrlichen Gemälde stammen von Schülern des Meisters Tizian , dem damals führenden Vertreter der venezianischen Malerei.
Das Wahrzeichen von San Marino sind die drei Festungstürme auf den Gipfeln des Monte Titano.
Der älteste und bekannteste Turm aus dem 11. Jahrhundert der Guaita, gefolgt von Cesta der auf dem höchsten Gipfel liegt und ein Waffenmuseum inne hat, und zuletzt der kleinste der drei, Montale, der in Privatbesitz ist.
Lange Zeit galt San Marino als Steuerparadies, heute ist vor allem der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Viele Tagestouristen kommen um zollfrei einzukaufen , vor allem Parfum, Elektronik oder auch Lederbekleidung und Taschen. Ulkiger weise auch Sammlerschwerter und Armbrüste ;0)) .
Wer gerne einen neuen Stempel in seinem Reisepass haben möchte, kann sich bei der Touristeninformation einen Visum-Stempel für kleines Geld stempeln lassen. Wir haben es leider verpasst, weil wir diese Information erst gefunden haben als wir schon wieder vom Berg runter waren :0(
Auf unserer " Wollen wir sehen " Liste war ganz klar auch Rimini dabei. Leider kam uns auch hier die Luftreinhaltungsgeschichte dazwischen. Als wir am Abend endlich nach Rimini hinein fahren durften , waren alle Parkplätze restlos belegt. Bezahlplätze wie auch die normalen Parkplätze, alles belegt. Dazu noch der späte Feierabendverkehr... Mehr Worte braucht es nicht, außer RAUS.
Die Nacht verbringen wir mit zwei weiteren Wohnmobilen außerhalb an einem Sportplatz, und kommen noch in den Genuss beim Fußballtraining zuschauen zu können.
Ein kurzer Abstecher nach Montegridolfo mit seinem mittelalterlichen Ortskern und Stadtmauern.
Das Museo della Linea die Goti welches viel Material über den Frontabschnitt (Gotenlinie) im Zweiten Weltkrieg zwischen der deutschen Wehrmacht und den Alliierten ausstellt, hatte geschlossen.
So schlendern wir durch die Gassen und genießen den Blick über die Emilia-Romagna.
Weil Ostern vor der Tür steht , und wir unbedingt einmal bei einer Osterprozession dabei sein wollen, fahren wir nach Montefiora Conca.
Auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz mieten wir uns für fünf Tage ein, und müssen lediglich 30 Euro über eine App dafür bezahlen.
Montefiore Conca gilt als eines der schönsten Dörfern Italien. Das Wahrzeichen des Ortes ist die imposante Rocca die Montefiore Conca, die im 14. Jahrhundert von der Familie Malatesta erbaut wurde. Die Burg diente nicht nur als Verteidigungsanlage, sondern auch als prächtige Residenz.
Ihr wisst ja dass ich Legenden von alten Gemäuern sehr gerne mag, und auch dieser Burg gibt es eine solche. Also ....
Die Geschichte von Constanza Malatesta und Ormanno ist eine tragische Liebesgeschichte aus dem 14. Jahrhundert.
Constanza die Tochter von Malatesta Ungaro, dem Herrn von Montefiore wurde bereits mit 13 Jahren verheiratet, kehrte aber nach dem frühen Tod ihres Mannes als junge Witwe in die väterliche Burg zurück.
Ormanno ein deutscher Herzog aus Oberalemannien stand im Dienste der Familie Malatesta.
Es kommt wie es kommen musste, die beiden verliebten sich leidenschaftlich ineinander. Da diese Verbindung nicht standesgemäß war, trafen sie sich heimlich unter den Mauern der Festung. Gemeinsam bewunderten sie die Sonnenuntergänge über dem Conca-Tal.
Nach dem Tod ihres Vaters, erbte Constanza ein beträchtliches Vermögen, welches jedoch die Gier ihres Onkels Galeotto Malatesta erweckte. Um in den Besitz des Erbes zu gelangen, plante Galeotto ihre Ermordung. In der Nacht des 15. Oktober 1378 drang ein gedungener Mörder in die Gemächer der Burg ein um die reiche Erbin zu meucheln. Constanza konnte fliehen, wurde jedoch zusammen mit Ormanno eingeholt und erstochen.
Es heißt, die Seelen von Constanza und Ormanno wandeln noch immer durch die Gänge der Burg.
Im inneren der Burg kann man liebevoll eingerichtete historische Räume bewundern, wie z.B. ein Schlafgemach oder eine Badestube.
In der Dauerausstellung "Unter den Tischen der Malatesta" sind archäologische Keramikfunde zu bestaunen, und die Wände zieren Fresken aus dem 14. Jahrhundert.
Am Karfreitag erleben wir unsere erste Prozession, die als nächtlicher Umzug durch die mittelalterlichen Gassen des Dorfes führt, und den Abstieg vom Kalvarienberg sowie die anschließende Grablegung inszeniert.
Über 100 Teilnehmer (alles Dorfbewohner ) , darunter römische Soldaten, Kapuzenträger und Engel bevölkern den Zug. Im Zentrum des Zuges wird die Statue des toten Christus auf einer Bahre getragen, begleitet von den Klängen von Trommeln und Trompeten.
Während der Prozession wird das Licht im Ort ausgeschaltet und stattdessen wird die Strecke durch Fackeln und Öllampen sowie Feuerschalen erhellt.
Die Prozession endet an der kleinen Kirche Chiesina am Fuße des Ortes wo die Statue symbolisch im heiligen Grab beigesetzt wird.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir hier in Montefiore Conca sehr schöne Tage verbracht haben, und die Burg sowie die Kirchen absolut sehenswert sind. Die Stimmung während der Prozession war sehr andächtig und hat uns ebenfalls sehr gut gefallen.
Am Ostermontag verlassen wir den tollen Stellplatz , nicht ohne vorher nochmal zu entsorgen, und machen uns auf an die Küste. Welch fataler Fehler das war, wird uns bewusst als wir die Massen an Menschen sehen die allesamt den Feiertag am Meer verbringen. Für uns gibt es keinen Parkplatz und wir fahren weiter nach Fano. Auch hier am Strand tummeln sich unglaublich viele Menschen, die die Osterfeiertage in der Sonne genießen. Wir machen einen Strandspaziergang und versuchen so gut es eben geht den Massen zu entkommen. Für die Nacht wollen wir ein Stück hinter Ancona auf einen Stellplatz nahe dem Flughafen. Der Platz ist nicht unbedingt eine Empfehlung wert, aber für eine Nacht geht es durchaus. Thomas hat von der Fährlinie SNAV eine SMS bekommen, wonach wir für nur 20 € p.P. auf eine Außenkabine upgraden können. Eine schöne Nachricht, allein der Gedanke an eine heiße Dusche beflügelt mich ;0))) . Leider können wir telefonisch niemanden erreichen, und beschließen es beim Einchecken nochmal zu versuchen. Doch zuvor wollen wir auch hier einen Strandspaziergang machen, und ein wenig die Stadt anschauen.
Dieser Strandabschnitt ist noch im Winterschlaf bzw. werden jetzt die ersten Buden eröffnet und langsam bereitet man sich hier auf die Saison vor. Hier machen wir einen langen Spaziergang von insgesamt 8 km, bis wir wieder an Bruno ankommen. Am nächsten Tag füllen wir noch unsere Vorratskiste mit der herrlichen Pasta, bevor wir unsere Tickets abholen, und tatsächlich auch noch eine Außenkabine bekommen. Am Abend beginnt das Boarding der SNAV-Fähre und unser Italienabenteuer geht zu Ende.
Die Überfahrt dauert rund 11,5 Stunden, die wir bei ruhiger See sehr gut hinter uns gebracht haben. Wie es für uns weiter geht erzähle ich euch im nächsten Blog .
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