Der Weg nach Hause

Veröffentlicht am 22. März 2026 um 13:37

Nachdem wir die Niederlande verlassen haben finden wir in Leer einen Stellplatz mitten in der Stadt. Der Platz ist für vier Wohnmobile ausgelegt und befindet sich am Rand eines riesigen Parkplatzes. Hatten wir die letzten Tage in den Niederlande schon eisige Temperaturen, so hat uns der Winter in Leer so richtig eingeholt. Über Nacht gab es einen Eisregen und tiefe frostige Temperaturen, die den Parkplatz in eine Eisarena verwandelt haben. Für uns geht es weiter nach Aurich wo wir ein Wertgutachten für Bruno erstellen lassen, damit wir das Carne de Passage beantragen können. Dieser Termin verläuft reibungslos und in kurzer Zeit sind wir schon wieder unterwegs.

 

Fienchen bekommt einen Spielkameraden , und wir ein neues Familienmitglied. In Esens kommt Olli an Bord. Ein kleiner fünf Monate alter Kater und ein Herzensbrecher der vom ersten Moment unsere Herzen für sich gewonnen hat.

Willkommen Olli, schön das es dich gibt.

 

 

In Pilsum wollen wir uns den Leuchtturm anschauen, der seine Berühmtheit durch Otto Waalkes und "Otto" der Film erlangte.

Otto - Der Film aus dem Jahr 1985 ist bis heute der dritterfolgreichste deutsche Kinofilm seit Beginn der Zuschauerzahlenerfassung von 1968, allerdings nur auf die BRD bezogen. Rund 14,5 Millionen Zuschauer hatte dieser Film von der Erstaufführung am 19. Juli 1985 bis zum Jahresende.

 

 

Allerdings erwartet uns eine weitere Eisarena auf dem kostenpflichtigen Parkplatz. Zu spät realisieren wir das es tatsächlich eine zentimeterdicke Eisschicht hat , und kommen ohne Maßnahmen nicht auf die Straße zurück. Und dann beginnt das Walzertanzen... Thomas legt Schneeketten unter einen Reifen, und so kommen wir ein Stück nach vorn um dann wieder zurück zu rutschen. Ein vollständiges montieren der Ketten ist zu gefährlich , da Bruno bei der kleinsten Bewegung ins Rutschen kommt. 

So verbringen wir eine gute halbe Stunde damit uns Stück für Stück zur Straße vorzuarbeiten und müssen am Ende 1,50 Euro dafür bezahlen. Als wir endlich wieder frei sind, sind wir auch so durchgefroren, dass uns der Leuchtturm piepegal ist. Auf dem Wintercampingplatz am Bensersiel wollen wir abwarten bis die Temperaturen wieder in die Plusgrade steigen, und das Eischaos beenden. 

Ausnahmezustand im Norden Deutschlands, die Winterdienste kommen nicht mehr hinterher und die Straßenverhältnisse sind eine Katastrophe. Also sitzen wir es aus, denn auch der Weg von Bruno zum Sanitärhaus ist am Tag unserer Ankunft halsbrecherisch.

Allerdings freuen wir uns über saubere Duschen mit heißem Wasser , und allen Annehmlichkeiten die ein Campingplatz zu bieten hat. Dieser hier ... " Wintercamping am Bernersiel " ist wirklich sehr schön.

Sogar der Sandstrand ist dick zugefroren.

 

Nach zwei Nächten fahren wir weiter nach Wischhafen auf einen kostenlosen Stellplatz (um Spenden wird gebeten) direkt am Wischhafener Moorkanal. Aber auch hier hat das Eis alles fest im Griff.

Nur wenige Kilometer von unserem Stellplatz ist der Fähranleger nach Glückstadt, aber nachdem die Elbe zugefroren ist, ist natürlich kein durchkommen. Aber allein dieses Schauspiel mitzuerleben ist einfach großartig.

Mit der Fähre wäre man in nur 20 Minuten von Wischhafen (Schleswig-Holstein) nach Glückstadt (Niedersachsen) am gegenüberliegen Elbufer , wir haben für uns beschlossen ein Stück zurück zu fahren , und zwar nach Cuxhaven.

Auf der Platte, so nennt sich der Wohnmobilstellplatz bietet Platz für 130 Wohnmobile und kostet je nach Saison zwischen 14 und 19 Euro für zwei Personen und eine Nacht. Ver- und Entsorgung , und sogar ein Gasflaschen-Service ist vorhanden sowie ausreichen Müllcontainer.

 

Direkt an der Platte ist der Anleger für die Fähre nach Helgoland, und das klingt für uns nach einem wunderbaren Ausflugsziel, zumal es um diese Jahreszeit Jungtiere der Seehunde zu sehen gibt. Also kaufen wir Tickets für den nächsten Morgen und machen uns dann auf einen Spaziergang zur Kugelbake...

Die Kugelbake ist das stolze Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven und ein echtes Stück Seefahrtgeschichte. Sie steht an der Stelle wo die Elbe endet und die offene Nordsee beginnt.

Die Kugelbake sollt nicht mit einem Leuchtturm verwechselt werden. sie ist ein Seezeichen und diente früher den Seefahrern als Orientierungshilfe. Eine sogenannte Tagessichtmarke.

Sie besteht fast vollständig aus Holz, hauptsächlich Eiche und Lärche, und hat eine stolze Höhe von knapp 30 Metern. Bei der irreführenden Kugel handelt es sich um zwei senkrecht zueinanderstehenden Rundscheiben, die aus der Ferne wie eine Kugel wirken. Das erste Mal wurde ein Vorläufer der Kugelbake um 1703 erwähnt.

Nach einer ruhigen Nacht auf der Platte geht es am nächsten Morgen um 10.30 auf die Fähre nach Helgoland. Die Überfahrt dauert 2,5 Stunden die wir im Bordcafe gut überbrücken können. Unterwegs gibt es einiges an Schiffen zu gucken, aber das tollste für mich war dieses hier...

Ich bin ohnehin ein Fan von Windrädern und kann total ausflippen wenn uns auf der Autobahn ein Schwertransport mit Flügeln begegnet, aber auf hoher See ist das extra schön :0))))

Und dann erreichen wir Deutschlands einzige Hochseeinsel. Helgoland besteht eigentlich aus zwei Teilen, die seit einer schweren Sturmflut im Jahr 1720 getrennt sind. Wir wollen auf die Düne, ein kleine , flache Sandinsel direkt neben der Hauptinsel. Hier kommen zwischen November und Januar die Kegelrobbenbabys zur Welt.

Um auf die Düne zu gelangen muss man mit der Dünenfähre übersetzen, und ich kann euch sagen :"Das war kein Spaß", der Seegang hat mir ordentlich zu schaffen gemacht. Aber Elend vergeht, tolle Eindrücke bleiben.

Leider haben wir zuerst den Südstrand besucht und sind am Strand entlang um das Flugfeld auf den Nordstrand spaziert und haben dadurch viel Zeit verloren. Aber der Südstrand mit seinem Leuchtturm ist einfach auch sehenswert.

-Für die Hauptinsel, auf der sich die Wohnhäuser und Geschäfte befinden sowie den Lummenfelsen wo tausende von Seevögeln brüten (allerdings nicht im Februar) reicht unsere Zeit nicht aus. Die Brutzeit der Trottellummen beginnt im März oder April. Nach aktuellem Stand, ist die Trottellumme die häufigste Brutvogelart am Felsen auf Helgoland. In Deutschland brüten sie nur auf der Nordseeinsel.

In nur drei Stunden alles zu erkunden ist schlicht nicht möglich. Und so besteigen wir die Helgoland-Fähre und kommen im Dunkeln wieder in Cuxhaven an.

Nachdem die Glückstadtfähre noch immer nicht fährt, machen wir uns auf die Autobahn nach Hamburg, um endlich mal wieder ein echtes " Franzbrötchen" zu essen.

Im Alten Land genau am Lühe Anleger Grünendeich stehen wir auf dem Stellplatz und genießen noch ein wenig den Anblick der gefrorenen Elbe, bevor es am nächsten Tag nach Hamburg rein geht.

In Hamburg wollen wir uns wie schon so oft auf den Stellplatz am Fischmarkt stellen, aber leider ist dort das Übernachten vollkommen verboten worden und nur noch das Parken erlaubt. Ein Mitarbeiter erzählt dass der Parkplatzbetreiber keine Konzession mehr bekommen hat um einen Stellplatz für Wohnmobile zu betreiben. Und das wo der Platz für Womos ohnehin schon sehr dünn gesät ist.

Wir stellen uns zu Strand-Pauli und trinken erstmal Kaffee. Nach dieser Stärkung gehen wir die übliche Hamburgrunde, entlang den Landungsbrücken, durch den alten Elbtunnel auf die andere Seite und zurück.

Der 1911 eröffnete St.-Pauli-Elbtunnel , auch Alter Elbtunnel genannt – unterquert die Norderelbe auf einer Länge von 426,5 Metern und verbindet mit zwei Tunnelröhren die nördliche Hafenkante bei den St. Pauli-Landungsbrücken mit der Elbinsel Steinwerder. Auf dieser Seite sind auch die beliebten Musicals. Zurück zu den Landungsbrücken und weiter zur Elbphilharmonie.

Die im Januar 2017 eröffnete Elbphilharmonie wurde mit dem Ziel geplant , ein neues Wahrzeichen der Stadt und ein" Kulturdenkmal für alle"  zu schaffen. Stolze 110 Meter hoch ist die liebevoll genannte "Elfi", und steht im Stadtteil HafenCity.

Die Elbphilharmonie ist das höchste bewohnte Gebäude in Hamburg.

 

 

 

 

Die Rickmer Rickmers die übrigens den Namen vom Enkel des Reeders trägt wurde 1896 vom Stapel gelassen, und unternahm insgesamt zwölf Rundreisen die zumeist über die Vereinigten Staaten oder über Fernost führten. Heute liegt sie  als Museums- und Denkmalschiff bei den St. Pauli-Landungsbrücken.

Das Motorschiff Cap San Diego ist das größte betriebsfähige Museumsfrachtschiff der Welt. Es stellt den Höhepunkt des mechanisierten Frachtschiffbaus in Deutschland dar, bei dem eine maximale Ausprägung der meisten in der Frachtschifffahrt entwickelten Berufsbilder an Bord zu beobachten war. Der 1961 gebaute Stückgutfrachter war bis in die 1980 Jahre im Liniendienst nach Südamerika eingesetzt.

 

Wer in Hamburg ist, sollte unbedingt am frühen Sonntagmorgen auch den Fischmarkt besuchen...

Der traditionelle sonntägliche Fischmarkt und die ungewöhnliche Zeit  (5.00 - 9.30 Uhr ) haben historische Gründe. Im 18. Jahrhundert beschwerten sich die Fischer darüber, dass sie am Sonntag keinen Fisch verkaufen durften und dieser wegen fehlender Kühlmöglichkeiten im Sommer oft verdarb. Daraufhin erlaubten die Stadtväter 1703 den Verkauf von Fischen auch am Sonntag, allerdings nur bis halb neun, um den Fischern den Besuch des Sonntagsgottesdienstes zu ermöglichen.

Heute ist es wohl mehr eine Touristenattraktion aber trotzdem ist der Markt mit seinen vielen verschiedenen Ständen und Angeboten sehr sehenswert.

Nach einem tollen Tag mit unserer lieben Freundin Yvi , verlassen wir Hamburg und finden einen Schlafplatz in Visselhövede auf dem Wohnmobilstellplatz neben dem Hallenbad. Vom Stellplatz aus den die Gemeinde kostenfrei zur Verfügung stellt, ist man in wenigen Gehminuten im Ortskern mit allen Einkaufsmöglichkeiten. Auch zum Spazierengehen ist es ein Traum, vor allem jetzt im Winter ist es eine echte Augenweide. Von hier aus geht es weiter nach Bückeburg wo unser Olli seine erste Impfung erhält, und wir von einer lieben Freundin eine Stadtführung durch Bückeburg.

Das Schloss Bückeburg ist das absolute Aushängeschild der Stadt und seit über 700 Jahren der Stammsitz des Hauses Schaumburg-Lippe.

Nicht weit vom Schloss entfernt steht das größte private Mausoleum der Welt, das mit einer gewaltigen Goldmosaik-Kuppel ausgestattet ist.

Rückwärtige Seite des Schloss Bückeburg.

Das Palais in Bückeburg, auch Herminen-Palais genannt, in Bückeburg wurde 1893–1896 als Witwensitz für Prinzessin Hermine zu Waldeck-Pyrmont erbaut, ist heute Sitz einer berufsbildenden Schule und steht unter Denkmalschutz.

Nach einem Besuch im Heimatmuseum, das sehr informativ und absolut sehenswert ist, schlendern wir noch zum Luftfahrtmuseum das leider geschlossen hat. Dieses technische Highlight ist eines der bedeutendsten Luftfahrtmuseen Europas und konzentriert sich auf die Geschichte der Drehflügler.

Zusammenfassend kann man sagen dass Bückeburg eine echte Perle im Weserbergland ist, die man gerne besuchen kann.

 

 

 

 

 

 

Die Stadtführung und all die wissenswerten Informationen

haben wir von unserer lieben Freundin Sigrid erhalten die in Bückeburg lebt. 

Vielen Dank dafür.

Auf unserem Weg nach Hause kommen wir an Rothenburg ob der Tauber vorbei, und verbringen auf dem Wohnmobilstellplatz eine Nacht, um am nächsten Tag die Stadt zu besuchen.

Rothenburg ob der Tauber verkörpert perfekt das Bild des mittelalterlichen Idylls. Das Besondere dieser Stadt ist, das der Stadtkern fast vollständig im Zustand des 16. Jahrhundert erhalten geblieben ist.

Das Plönlein ist das wohl meistfotografierte Motiv Deutschlands. Ein schmales Fachwerkhaus an einer Weggabelung , flankiert von zwei Türmen der Stadtmauer.

Das Plönlein diente als Vorbild für Szenen in Disneys „Pinocchio“ (1940), taucht in Mangas auf und ist Teil der virtuellen Welt im Videospiel Shenmue II

Auf der Stadtmauer kann man fast komplett die Altstadt umrunden. Der begehbare Wehrgang erstreckt sich über ca. 4 Kilometer und bietet tolle Einblicke in die Hinterhöfe der Bewohner

Das Rathaus , eine Mischung aus Gotik und Renaissance . Im Rathaus befindet sich das Historiengewölbe, eine Ausstellung mit Szenen aus dem Dreißigjährigen Krieg. Außerdem wurden einige der Verliese zugänglich gemacht, die sich im Untergeschoss des Rathauses befanden. Dort ist auch eine rekonstruierte Folterkammer zu sehen.

Das Kriminalmuseum ist nichts für schwache Nerven...

Es ist das bedeutendste Rechtskundemuseum Europas und zeigt alles  von der Schandmaske bis hin zum Streckbrett. Es klärt auf sehr sachliche Weise über das Mittelalter auf, und lässt einem bei so manchem Exponat das Gruseln kommen. Bei unserem Besuch war das Kriminalmuseum leider geschlossen, aber da wir beide in der weiteren Umgebung aufgewachsen sind, kennen wir es beide.

Was unbedingt zu Rothenburg o.T. dazu gehört ist der " Meistertrunk"

Die Legende vom Meistertrunk erzählt, wie Altbürgermeister Georg Nusch 1631  Rothenburg ob der Tauber im Dreißigjährigen Krieg vor der Zerstörung durch Tillys Truppen rettete. Durch das Leeren eins 3,25 Liter fassenden Humpens Wein in einem Zug beeindruckte er den General, der daraufhin die Stadt verschonte.

 

Und dann sind es nur noch etwas weniger als 130 km bis nach Hause, wo wir Termine bei unseren Ärzten und beim TÜV haben, die Werkstatt besuchen, und all die Dinge machen bevor es dann endlich wieder weiter gehen kann. Aber das erzähle ich im nächsten Blog :0))

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