In Frankreich wollen wir als erstes die Königliche Waffenfabrik von Eugi besuchen, die auch als spannender Lost Place beschrieben wird.
Und tatsächlich, mitten in einem dichten Buchenwald, (mit leider sehr schmalen Straßen) liegt die Ruine der Königlichen Munitionsfabrik , die während der Herrschaft Karls III. im Jahr 1766 erbaut wurde. Eugi hatte schon lange zuvor zwei Eisenwerke, jedoch sollte diese neue Fabrik wegweisend sein, und basierte auf dem Konzept der Fließbandfertigungssysteme der Industriellen Revolution. Die neue Fabriksiedlung umfasste insgesamt 10000 Quadratmeter und bot 500 Menschen ein Zuhause.
Hergestellt wurden hauptsächlich Kanonenkugeln verschiedener Kaliber für die spanische Armee. Die Fabrik verfügte über zwei Öfen, Raffinerie- und Formwerkstätten, eine Tischlerei, Kohleschuppen und acht Steinbögen über dem Fluss, auf denen sich die Wasserräder befanden, welche die Blasebälge und Fallhämmer antrieben.
Unterkünfte für die Angestellten , Ställe und ein Herrenhaus sowie eine Kapelle waren separat zu finden.
Das Ende der Fabrik kam im Jahr 1794 während des Pyrenäenkrieges, als Truppen des revolutionären Frankreichs die Anlagen zerstörten.
Nach über 200 Jahren brachten Restaurierungen die Stätte wieder zum Vorschein und wurde 2016 zum Kulturgut erklärt.
Weiter geht´s durch die Pyrenäen, vorbei an so manchem alten Herrenhaus oder Schlösschen die bestimmt alle eine Besuch wert wären.
Die Nacht verbringen wir am Rand eines Naturschutzgebietes unweit von einem Vogelbeobachtungsturm mit dem wohlklingenden Namen " Observatoire Ornithologique Adour , den wir uns genauer anschauen wollen. Doch bevor wir nach den Vögeln schauen, gehen wir mit Fienchen auf eine ausgedehnte Spazierrunde.
Nach dem Spaziergang macht es sich die Katze wieder im Körbchen gemütlich , und wir gehen weiter zum Vogelbeobachten. Ausgerüstet mit Kamera und verschiedenen Objektiven gehen wir auf Vogeljagd. Neben den verschiedensten Vogelarten, Enten und Gänsen machen und die ungefiederten sehr große Freude.
Auf die große Distanz können wir nicht genau erkennen wer uns hier Model steht, ob Bieber oder Nutria . Auf jeden Fall haben wir einen Familienverbund von vier Tieren die an Land kommen und genüsslich fressen. Bei der Fotosichtung am Abend wird deutlich dass es Nutria sind.
Auf unserem Weg in die Normandie müssen wir uns immer wieder mit der neuen Luftreinhaltungsverordnung auseinander setzten, denn diese Luftreinhaltungszonen sind für uns mit unserem alten Diesel verboten. Dieses Verbot gilt nicht für die Nutzung der Autobahnen die nicht selten durch solche Zonen führen, jedoch eine Menge an Mautkosten verursachen. So fahren wir viele Kilometer Umwege um in die Normandie zum Omaha-Beach zu gelangen.
Frankreich besitzt viele Schlösser, Burgen und Herrenhäuser die allesamt als "Chateau" bezeichnet werden. Schätzungen zufolge verteilen sich bis zu 45 000 Anlagen im gesamten Land. Der Reichtum an Schlössern rührt von der langen Geschichte mit viel Adel und Landbesitz.
Das Chateau de Monbazillac ist eines der bekanntesten Wahrzeichen des Perigord in Südfrankreich. Es liegt etwa sieben Kilometer von Bergerac auf einem Hügel und bietet einen atemberaubenden Blick über das Tal der Dordogne.
Erbaut wurde das Schloss um 1550, die vier massiven Rundtürme, die Wehrgänge und der trockene Burggraben lassen es wie eine mittelalterliche Festung erscheinen.
Leider ist das Chateau bei unserem Besuch geschlossen und uns bleibt nur der Blick von außen, und aus der Vogelperspektive.
Was uns besonders gut an Frankreich gefällt, sind die vielen Wohnmobilstellplätze mit der Möglichkeit zum Ver- und Entsorgen, die meist kostenlos von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.
Auch das Chateau "La Mothe Chandeniers" mit seiner turbulenten Vergangenheit können wir wegen Restaurierungsarbeiten nicht besuchen. Jedoch haben wir die Erlaubnis bekommen auf dem Parkplatz vor dem Schloss zu Übernachten, und nutzen die Gelegenheit und gehen mit Fienchen ein wenig spazieren.
Unser nächster Versuch ein Chateau zu besuchen, das Chateau
Fontevraud-l'Abbaye steht unter einem schlechten Stern. Alles ist noch im Wintermodus und für Besucher geschlossen.
Ziemlich ernüchtert fahren wir weiter nach St. Remy wo wir die Nacht verbringen.
Auf dem Weg nach St. Remy lüften wir unser Fienchen auf einem Waldparkplatz und nutzten die Gelegenheit die Drohne in den Bäumen zu versenken, was einen Flügelbruch zur Folge hat. Das passt dann auch noch zu dieser erfolglosen Woche. :0((
Von St. Remy zum Omaha-Beach sind es weniger als 100 km , und die wollen wir zum Wochenanfang in Angriff nehmen.
Angriff ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn der D-Day markierte den Beginn der Operation Overlord, dar massiven Landung der Alliierten in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs. Es war die größte amphibische Invasion der Weltgeschichte und der Anfang vom Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Westeuropa.
Die Alliierten teilten die Küste in fünf Sektoren auf, wobei der Omaha-Beach ( USA ) der blutigste Abschnitt.
Am Utah Beach ( USA ) verlief die Landung vergleichsweise reibungslos.
Der Gold Beach ( UK ) wurde von Britischen Truppen eingenommen, die später einen künstlichen Hafen errichteten.
Juno Beach ( Kanada ) , Kanadische Truppen stießen trotz heftiger Kämpfe am weitesten ins Landesinnere vor.
Sword Beach ( UK ) , hier landeten britische Einheiten mit dem Ziel, die strategisch wichtige Stadt Caen einzunehmen.
Obwohl der D-Day als militärischer Erfolg gilt, forderte er enorme Opfer. Allein am ersten Tag gab es auf Seiten der Alliierten schätzungsweise 10.000 Tote, Verwundete und Vermisste.
Auf deutscher Seite belaufen sich die Schätzungen auf 4000 - 9000 Opfer.
Die amerikanische Gedenkstätte liegt auf einer Klippe, von der aus man den gesamten Omaha Beach überschauen kann. Die ca. 10.000 weiße Kreuze zeigen allesamt in Richtung Amerika , und sind Symbol für die gefallenen Soldaten die hier am Strand ihre letzte Ruhestätte fanden.
Es ist schwer sich vorzustellen, dass an diesem wunderschönen Strand dieser erbitterte Krieg stattfand. Und so fahren wir weiter ohne die Schauplätze der Briten oder Kanadier zu besuchen, denn auch wenn es unsere deutsche Geschichte ist, muss man es verkraften können, und ich habe eindeutig genug gesehen. Tut mir leid, aber mehr gibt ´s nicht zu berichten.
In Herouvillette verbringen wir die Nacht ( wieder auf einem Womo-Stellplatz der Gemeinde) , und können bei Action neue Ladekabel und natürlich auch Sockenwolle einkaufen.
Das Hafenstädtchen Honfleur ist ein echtes Highlight der Normandie und sollte unbedingt besucht werden.
Das Fischer-Städtchen mit seinen malerischen Fachwerkhäusern, den mittelalterlichen Gassen und der Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert , der Seemannskirche Sainte Catherine aus dem 15. Jahrhundert die vollkommen aus Holz gebaut wurde zieht uns in seinen Bann. Das Hafenbecken Vieux Bassin, ist ein Wahrzeichen von Honfleur.
Hier verbringen wir viele Stunden, schlendern durch die Gassen und schauen in die Fenster der vielen Galerien. Zu gerne würde ich Euch Bilder von den einzelnen Galerien präsentieren, aber das ist natürlich verboten. Mein Tipp... gebt in eure Suchmaschine Kunst in Honfleur ein, und ihr werdet verstehen was mich so fasziniert hat.
Ach ja, um das leibliche Wohl muss man sich nicht sorgen, denn rund ums Hafenbecken gibt es Restaurants ;0)
In Mesniers en Bray Ver-, und Entsorgen wir das letzte Mal in Frankreich auf einem Gemeindestellplatz. Hierfür herzlichen Dank an alle Gemeinden die wir besucht und sehr gut gestanden haben.
In der Nacht noch verlassen wir Frankreich und reisen in Belgien ein, aber ... Ihr wisst Bescheid, das ist ein neuer Blog und der kommt in Kürze ;0))
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